erschienen. Es mag innerhalb einer solche Reihe vor allem als Bildband in der heuteso üppig wuchernden Flucht ganz billig und geschwind gemachter Bilderbücher gese-hen und wohl auch danach beurteilt werden. Hier kommt es vor allem auf die sehraufwendigen Farbfotos des Verfassers an, der sich zudem aus dem Institut für Bau-kunst der TU Graz die Aufmaßzeichnungen einiger Kärntner Landbauten geholtoder verschafft hat. Der einleitende Text dazu mit seinen gewohnten Deviationenbis in die Steinzeit(!) und einer flüchtigen Skizzierung der„ Siedlungsgeschichte",hat mit dem engeren Thema eigentlich gar nichts zu tun. Was ich aber empörendfinde, ist die peinlich berührende Tatsache, daß hier einfach Texte ganz unverfrorenund Wort für Wort ab- und ausgeschrieben werden, noch dazu mit der Delikatheit,sich selber dafür dann im Impressum„, Alle Rechte, auch der auszugsweisen Wieder-gabe von Textteilen(!) oder Abbildungen, vorzubehalten!" Hier hört aller Spaß aufund muß notwendig nach dem Rechten gesehen werden. Es geht weiters nicht an, ineinem Buch hintendran irgendwo ein summatives„ Literaturverzeichnis" notabenemit einer höchst mangelhaften bibliographischen Evidenz einzuschieben, sich aberseine Texte gleich in ganzen Absätzen bei den betreffenden Autoren zu holen, wiedas hier u. a. gleich eingangs für das Vorwort(„ Gedanken zum Inhalt!") beispiels-weise bei Hans Krebitz der Fall ist.
In der Tat ist denn auch, was Herr Frick zum Kärntner Hausbau zu sagen weiß,frisch und munter aus zwei Büchern des Referenten von 1974 und 1985 wortwörtlichabgeschrieben. Kurzum dieses nach seinem Ladenpreis keineswegs sehr billige Bil-derbuch von A. Frick wird in seiner recht krausen Folge von Fotoaufnahmen inWirklichkeit zu einem Flop leichtfertiger Abschreiberei und eigentlich- was seinenText betrifft ein Beispiel für regelrechten geistigen„ Diebstahl".
Die beiden eben besprochenen Bücher stimmen uns mehr als bedenklich. Dennnicht zuletzt werfen sie ein bezeichnendes Licht nicht bloß auf die klägliche Hilflosig-keit und die zweifelhafte Moral mancher Buchverlage. Denn die letzte Verantwor-tung für derartige Entgleisungen und mehr noch für die daraus resultierenden folgen-reichen Schäden wird und muß man wohl diesen anlasten, die dadurch an der Sacheselbst entstehen. Buchproduktionen von dieser Art machen auch auf den Durch-schnittsleser kaum einen besonderen Eindruck.
Oskar Moser
Rolf Reutter, Haus und Hof im Odenwald: Form, Funktion undGeschichte(= Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 8). Heppen-heim/ Lorsch, Verlag Laurissa, 1987, 393 Seiten, 8 Textabbildungen, 120 Abbil-dungen im Anhang( Karten, Pläne, Repros und Fotos) und 2 Kartenbeilagen.Mit dem vorliegenden, ungemein dicht gearbeiteten Buch über das ländliche Bau-wesen des Odenwaldes von Rolf Reutter meldet sich nach längerem die neuere süd-westdeutsche„ ,, geographische Hausforschung" zu Wort. Ihr voran ging erst vor kur-zem die Übersichtsdarstellung zu„ Bauen und Wohnen im deutschen Südwesten"von Peter Assion und Rolf W. Brednich, in der der bisherige Forschungsstand überdas ,, Hausformengefüge Südwestdeutschlands" und darin auch kurz dessen nördlich-ste Hauslandschaft des Odenwaldes zwischen Rhein, Main und Neckar beschriebenwerden¹.
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