zum Sozialprestige der Familie bei. In diesem Kontext scheint dasKloster Curtea de Argeş eine wichtige Rolle zu spielen. In seinerNähe entstehen Volkskunstwerkstätten, die von MusterheftenGebrauch machen. In dieser Zeit besteht im ganzen Balkanraumdie Absicht verschiedener, mehr oder weniger kulturell orientierterGruppierungen, die traditionelle„ gesunde" Lebensweise zu kon-servieren, wobei die Erhaltung und Weiterentwicklung der Volks-kunst ein Bestandteil dieser Bemühungen ist. Diese Gruppierun-gen, in welchen eine große Anzahl von Frauen aus der neuen Bour-geoisie tätig war, werden sich durch ihre Kontakte mit Westeuropades Wertes der nationalen Kultur in ihren verschiedenen Formenbewußt¹². Dieses Phänomen ist in Ost- und Südosteuropa mit loka-len Nuancen allgemein.
Außer den ethnographischen Museen und Sammlungen, die jetztentstehen, erscheinen auch viele Alben mit dekorativen Mustern.Sie beeinflussen auch die Produktion verschiedener Werkstätten,die einen Teil der gesamten Volkskunsttradition, besonders in denStädten, übernehmen, bringen aber auch künstliche Moden hervor,die bis heute sichtbar sind.
Allgemein gilt, daß es sich bei der Einführung neuer Elementenicht unbedingt um solche handelt, die wertvoll und für die Stadt-struktur repräsentativ sind, man bemerkt im Gegenteil die Über-nahme vieler für die rural- urbane Bevölkerung in den Städten spe-zifischer Elemente. Man kann auch erkennen, daß sie bei der Kon-stituierung eines funktionellen und dekorativen Komplexes nichtvollkommen assimiliert wurden. Hier erscheint also ein Wider-spruch zwischen dem Import fortgeschrittener Technik und demvon Kulturgütern. Während erstere schnell assimiliert wurden, wir-ken die Änderungen in den Vorstellungen über kulturelle Güterviel langsamer.
2.1.1 Ein wichtiges Kennzeichen dieser Entwicklung ist meinerMeinung nach der Beginn der Herstellung einer anderen Art vonBeziehung zwischen der Familie im Dorf und der Familie in derStadt und dementsprechend die Reduzierung des dörflichen Bezie-hungssystems. Dies bedeutet u. a. auch, daß sich die Familie nun-mehr auf sich konzentriert und sich in gewisser Weise auf Grundihrer spezifischen Interessen aus der dörflichen Gemeinschaftzurückzieht. Im Laufe der Zeit kann man, abhängig von der Exi-stenz oder Nicht- Existenz von Familienmitgliedern, die sich in derStadt eingerichtet haben( was für das Sozialprestige der gesamten
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