Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
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such, die Gegenwart miteinzubeziehen, mag zwar theoretisch wenig abgesichertsein, die Praxis des Buches allerdings zeigt, wie wertvoll ein derartiges Bemühen ist.Reinhard Johler

Nostra Doña Sta. Maria dins l'art mallorquí.- Exposició realitzada perla Conselleria d'educació i cultura. Edició del cataleg a càrrec de la caixa deBalears ,,, Sa Nostra". Palma de Mallorca 1988, 185 Seiten.

Dieser große und großartige Katalog einer Ausstellung ist nicht nur wegen seinesreichen und eindrucksvollen Bildermaterials von Bedeutung, er besticht ebensodurch die inhaltsreiche Einführung von Gabriel Llompart über die Geschichte derMarienverehrung und ihren Niederschlag in der Ikonographie Mallorcas. Hier liegtein aufschlußreiches Stück der Volksglaubensforschung vor, das über einen relativgeschlossenen Raum bestens informiert. Es ist ein Glücksfall, daß die Materialieneine sehr dichte und fast lückenlose Geschichte der Marienverehrung auf Mallorcavom hohen Mittelalter bis in unsere Tage erlauben, und daß Text- und Bildbelegesich wechselseitig sinnvoll ergänzen.

Es sind ja nicht nur die alten Bilder und Statuen, die sich erhalten haben, sondernneben den dichterischen Schriften seit Ramon Llull haben sich auch viele volkstüm-liche Goigs"( Loblieder) erhalten, von denen auch das Facsimile eines frühenDrucks aus dem 16. Jahrhundert einen Eindruck vermittelt.

Die behutsame Hand des in der Kunstgeschichte ebenso wie in der Volkskundeversierten Llompart hat einen Katalog erstellt, in dem gerade auch die religiöseVolkskunst bis hin zu Krippen und krippenartigen Gruppierungen gut vertreten ist.Die einzelnen Bilder sind ausführlich gedeutet und enthalten reiches Informations-material, stets auch mit bibliographischen Hinweisen versehen.

Daẞ Ex- voto- Bilder dabei nicht fehlen, versteht sich von selbst. Sie runden einenweitgesteckten Bereich ab, der von Verzierungen mit Marienbildern auf Meßgewän-dern und Missalien über Wandbehänge und Stickereien bis zu Figuren und Ge-mälden unterschiedlichster Techniken reicht, selbst volkstümliche Keramik ist ver-treten.

Der Reichtum des gezeigten Materials läßt einen bedauern, an so manchem SchatzMallorcas bisher vorbeigegangen zu sein.Felix Karlinger

Günter Wiegelmann( Hrsg.), Volksmedizin heute. Materialien und Studien(= Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland, H. 57). Münster, VerlagCoppenrath, 1987, 256 Seiten.

, Volksmedizin heute"- ein Thema, das in den letzten Jahren in der volkskundli-chen Forschung immer mehr an Bedeutung gewann und das zeigt, daß die soge-nannte ,, Volksmedizin" auch in der Gegenwart- wenn auch zum Teil in veränderterForm weiterlebt. So kam es, da das Interesse der Studierenden ungewöhnlich großwar, zu einem im Wintersemester 1984/85 am Volkskundlichen Seminar der Univer-sität Münster begonnenen Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse nun in einem

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