bezeichnungen enthalten allerdings- dies erscheint etwas inkonsequent- teilweise,in einem Fall( der Berghof) sogar ausschließlich ein geographisches Bestimmungs-merkmal. In Kapitel 8 werden dann einige Objekte im einzelnen genau beschrieben.An dieser Stelle hätte man meines Erachtens einiges mehr zur sozialen Dimensiondes Wohnens der Verfasser hatte dies eingangs angekündigt- einbauen können,Nach der Zusammenfassung folgt ein umfangreicher Anhang mit Abkürzungs-, Lite-ratur- und Quellenverzeichnissen, Karten, Tabellen, Tafeln, Abbildungen und Regi-stern. Besonders hervorzuheben sind die ausgezeichneten, sehr informativen Kon-struktions-, Grund- und Aufriẞzeichnungen des Verfassers.
Alles in allem liegt hier eine sehr sorgfältig gearbeitete Untersuchung vor. Es wärewünschenswert, wenn ihr mehrere ebenso fundierte und solide Arbeiten in der Stei-ermark und in anderen Bundesländern folgen würden. Die bewußte Begrenzung aufein kleines, überschaubares Untersuchungsgebiet und die dadurch mögliche Ge-samtinventarisation führte vielfach zu klaren, genauen Aussagen. Durch diese Be-grenzung bleiben andererseits wichtige Fragestellungen ausgeklammert. So emp-fand es der Rezensent doch als Nachteil, daß die Entwicklung des ländlichen Wohn-hauses in Stainz nur bis zum Ersten Weltkrieg und nicht bis in unsere Zeit dargestelltwurde. Die Hinzunahme der Wirtschaftsgebäude hätte viel über die Wirtschafts-weise und damit auch über die Lebens- und Wohnweise aussagen können. Über-haupt kamen die sozialen Strukturen des Hauses bzw. des Wohnens etwas zu kurz.Dies alles zu berücksichtigen, war aber bei dem gesteckten Ziel der Gesamtinventa-risation sicher nicht möglich. Dafür hätte man eine Teilinventarisation wählen müs-sen, die freilich auch wieder ihre Nachteile mit sich gebracht hätte.
Ingo Schneider
Axel Steensberg, Pebringegården. Folk og dagværk fra oldtid til nutid( ThePebringe Farm. Daily Life and Farm Folk). Højbjerg, Wormianum, 1986, 96 Sei-ten, 43 Abb.( English Summary).
Grith Lerche( Hrsg.), Bøndergårde i Danmark 1789-90. Byggeskik på Land-boreformernes tid. Brøndby, Landbohistorisk Selskab, 1987, 268 Seiten, 91 Fotos,zahlreiche Zeichenskizzen.
In der fast schon unüberschaubar gewordenen Literatur zur architekturgeschicht-lichen, ethnologischen und archäologischen Hausbauforschung nehmen diese bei-den neuen Publikationen aus Dänemark- so scheint es mir wenigstens einebemerkenswerte Sonderstellung ein. Bei der bekannten Brückenstellung, die geradeDänemark zwischen Nordeuropa und Skandinavien einerseits und dem zentralenund( nord) westlichen Kontinent Europas andererseits innehat, ist es wohl begrün-det, auf beides wenigstens kurz hinzuweisen. Das hübsche und handliche Buch vonAxel Steensberg ist eine Monographie zur„ Alltagsgeschichte" und Archäologie desHofes von Pebringe auf Seeland, der heute ein zentrales und ansehnliches Objektdes Dänischen Frilandsmuseet zu Lyngby nördlich von Kopenhagen bildet. Derstattliche Band über die„ Bauernhöfe in Dänemark der Zeit von 1789-90" ist wiederein singuläres Quellenwerk historischer Bauakten im Dänischen Reichsarchiv( Rigs-arkivet: Rentekammeret) aus der Zeit der großen Landreformen im dänischenKönigreich und der Bauernbefreiung von 1788. Dessen vortreffliche, text- und
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