Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
Seite
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Werner Hollomey, der Architekt des neuen Ausstellungsgebäudes, 1982 anläßlichder Verleihung des Landeskulturpreises gehalten hat. Er würdigt darin das großeVerständnis des Preisträgers für das zeitgenössische Bauschaffen, das künftig imAusstellungsgebäude mit der historischen Bauqualität der Freilichtmuseumsobjektekonfrontiert werden soll.

Zuletzt sei noch ein besonderer Vorzug des schönen Buches erwähnt. Es sind diesdie 120 prachtvollen Farbbilder, die Pöttler, aus dessen Hand die meisten stammen,als begnadeten Lichtbildner ausweisen, der es versteht, Material und Gefüge zu allenJahreszeiten ins rechte Licht zu setzen. Unter den 276 Schwarzweißabbildungenbefinden sich 39 gehaltvolle Federzeichnungen, die nebst vielen Plänen Hofrat Dipl.-Ing. Wilhelm Reisinger, mit Oberbaurat Dipl.- Ing. Ernst Sölkner einer der treuestenHelfer Pöttlers, beigesteuert hat. Das umfangreiche Literaturverzeichnis nennt 272Titel und zeigt damit die breite wissenschaftliche Grundlage, auf der das Werk unddas wirken des Verfassers ruhen. Für eine allfällige Neuauflage sei lediglich derWunsch nach einem Übersichtsplan vorgemerkt, aus dem man gerne die Lage derObjekte im Museumsgelände und dieses selbst in maßstabgetreuer Umgrenzung ent-nehmen würde.

Viktor Herbert Pöttler hat sich, seinem Werk und seinen Mitarbeitern mit der Erlebten Baukultur ein auch sprachlich glänzend formuliertes großartiges Denk-mal gesetzt. Ein Denkmal, das Dank verdient, ein Buch, das zum Nachdenkenanregt, ein Aufruf auch zu verantwortungsbewußter Baugesinnung, der in die Handjedes angehenden Architekten gehört, damit Baukultur künftig nicht nur in Frei-lichtmuseen oder denkmalgeschützten Altstadtbereichen erlebt werden kann.

Kurt Conrad

Burkhard Pöttler, Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz.Eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark(= Veröffent-lichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, Bd. XXI). Wien,Österreichisches Museum für Volkskunde, 1986, 412 Seiten, 3 Ktn., 9 Tbn.,40 Abb., 31 Tfn. mit Zeichnungen.

Die Hausforschung, die in der Frühzeit und Aufbauphase der österreichischenVolkskunde zahlreiche, zum Teil hervorragende Bearbeiter fand, erfährt im gegen-wärtigen wissenschaftlichen Betrieb in unserem Land leider nicht eine ihrer Bedeu-tung entsprechende Beachtung. Von einem Unternehmen wie der ,, Bauernhausfor-schung in der Schweiz", das mittlerweile bereits den 13. Band der Monographienüber die bäuerliche Bau- und Wohnkultur einzelner Kantone hervorbrachte, ist manbei uns meilenweit entfernt. In Österreich legte in neuerer Zeit einzig Oskar Mosereine umfassende monographische Behandlung der Bauernhausformen eines ganzenBundeslandes vor. Das Erscheinen der zur Besprechung vorliegenden Untersuchungist, so gesehen, als ein erfreuliches Lebenszeichen der österreichischen Hausfor-schung zu betrachten.

,, Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz" ist die bei Oskar Moser ent-standene Dissertation von Burkhard Pöttler. Für die Veröffentlichung wurden ledig-lich kleinere Korrekturen im Text vorgenommen sowie ein Personen-, Orts- undSachregister hinzugefügt. B. Pöttler grenzte sein Untersuchungsgebiet in dreifacher

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