Thema enthalten. In Erinnerung an ihre frühe Begegnung mit Koren berichtetRoswitha Orač- Stipperger über„ Die Resch- Krippe in Haus im Ennstal", in der unsin den Figuren ehemalige Bewohner des Ortes begegnen und so ein Stück Vergan-genheit lebendig werden lassen. Den Vortragekreuzen, den sogenannten„., Chri-stenlehrscharkreuzen in der Weststeiermark" schenkt Maria Leiner ihre Aufmerk-samkeit. Darunter besonders jenen- offensichtlich aus einer Werkstatt stammen-den- Kreuzen mit der Darstellung des Gnadenstuhls. Die Familie Koren übernahmdieses Motiv sogar auf ihren Grabstein. Persönliche Erinnerungen an das Krippen-aufstellen beim Hirten- und Krippenliedersingen in der St.- Antonius- Kirche veran-laẞten Sepp Walter, sich mit dem Hintergrund der Krippe von Ranten zu beschäfti-gen. Es handelt sich dabei nämlich um ein„ Palimpseste", das auf der Rückseite dieDarstellung eines Höllensturzes zeigt. Walter gibt an Hand des„, Rantener Höllen-sturzes" Einblick in die über zweihundert Jahre andauernden konfessionellen Aus-einandersetzungen.„ Daß ich diesen kleinen Beitrag dem Gedenken Hanns Korenswidme", schreibt Walter,„ hat seinen tieferen Grund auch in seiner ökumenischenGesinnung, mit der er trotz seiner unangefochtenen katholischen Haltung stets auchevangelischen Christen seine Achtung und Hilfsbereitschaft erwiesen hat."
Auf Anregung von Koren entstanden mehrere Arbeiten über Mirakelbücher.Dazu legt nun Helmut Eberhart eine weitere einprägsame Arbeit über„ Das Mira-kelverzeichnis von Wildalpen" als ein beredtes Zeugnis barocken Apostolates vor.Durch Bildvergleich und Analyse läßt Ludvik Kunz„ Die Zymbalmusik der Spiel-leute im Kuhländchen( Nordostmähren) an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert"entstehen. Eine verdienstvolle Zusammenstellung der aus der Steiermark bekannt-gewordenen„ Dreschersprüche, Mäherreime und Halterrufe" bringt GundlHolaubek- Lawatsch bei. Hermann Steininger,„ Bagsteine als Schandstrafgeräte inNiederösterreich und steirische Belege zur Bagsteinstrafe", und Fritz Lochner vonHüttenbach,„ Die sprachliche Hinterlassenschaft der Kelten in der Steiermark. EinÜberblick", beschließen den Gedenkband, der sich würdig an die vorangegangenenBände der Schriftenreihe des Landschaftsmuseums Schloß Trautenfels anreiht.
Franz Grieshofer
Viktor Herbert Pöttler, Erlebte Baukultur. Museum unter freiem Himmel.Eine Idee setzt sich durch(= Schriften und Führer des Österreichischen Freilicht-museums Stübing bei Graz, Nr. 13). Stübing 1988, 356 Seiten, 396 Abb.
Das 1962 gegründete, 1970 eröffnete und 1985 im wesentlichen fertiggestellteösterreichische Freilichtmuseum in Stübing hat in diesem- bescheiden in der Reiheseiner Schriften und Führer erschienenen- hervorragend ausgestatteten Buch einedem Rang dieses gesamtösterreichischen Kulturwerkes kongeniale Darstellunggefunden. Bundesminister a. D. Dr. Heinrich Drimmel, der seit 1962 diesem Kultur-werk als Präsident vorsteht, hat recht, wenn er in seinem Geleitwort die in Stübingin den letzten 25 Jahren erbrachte Leistung zum Besten zählt, was in dieser Zeit inÖsterreich entstanden ist.
Viktor Herbert Pöttler, dem diese Leistung mit seinen Werkleuten zu danken ist,will den Titel seines neuen Buches in dreifacher Hinsicht wörtlich genommen wissen:Baukultur, ursprünglich erlebt von den Erbauern und einstigen Bewohnern
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