Kurt Conrad, Führer durch das Salzburger Freilichtmuseum. Zweite,erweiterte Auflage mit einem„ botanischen Anhang" von Walter Strobl. Groß-gmain, Salzburger Freilichtmuseum, 1988, 152 Seiten, Abb., 1 Lageplan.
In der zweiten, erweiterten Auflage seines Führers durch das Salzburger Freilicht-museum gibt Kurt Conrad eine eindrucksvolle und umfassende Darstellung des vonihm seit dem Jahre 1978 geschaffenen Freilichtmuseums in Großgmain bei Salzburg.In seiner Einführung wendet sich Conrad an die Museumsbesucher und erläutertAbsicht und Aufgabe des Salzburger Freilichtmuseums, gibt Empfehlungen für denRundgang durch das Museum und erklärt in anschaulicher Weise wesentlicheBegriffe. Geschichte, Planung und Gestaltung des Freilichtmuseums in Großgmainwerden ebenso erörtert wie hauskundliche Grundbegriffe bis hin zu den Hausland-schaften Salzburgs. Dabei wird auch die von Julius Leisching im Jahre 1924 erstmalsvorgetragene Absicht, in Hellbrunn ein Freilichtmuseum zu errichten, erwähnt, wasdem Lande Salzburg sicher zur Ehre gereicht.
Die Beschreibung der Museumsobjekte ist der Museumsanlage entsprechendnach den Landesgauen, wie Flachgau, Tennengau, Pongau usw., gegliedert. FürBesucher aus Salzburg ist diese Einteilung durchaus verständlich und wahrscheinlicherwünscht, Gäste von„ auswärts“ wären möglicherweise auch für eine durchgehendeNumerierung dankbar, da diese eine leichtere Orientierung im Museumsgeländeund einen Überblick über die tatsächliche Anzahl der Museumsobjekte erlaubt.Gedruckte Museumsführer werden erfahrungsgemäß von rd. 10% der Besuchergekauft und auch von diesen meist erst zu Hause zur„ Nachbereitung" gründlich stu-diert. Zur Zeit können in dem 1984 eröffneten Salzburger Freilichtmuseum über 35Objekte besichtigt werden. Die Hinweise auf den Ab- und Wiederaufbau derObjekte, die durch Jahreszahlen im Titel der Objektbeschreibungen sichtbargemacht wurden, sowie Hinweise auf Nachbauten tragen wesentlich zum Verständ-nis des Museumsaufbaues bei. Fotos vom Baugeschehen veranschaulichen die bishergeleistete erfolgreiche Arbeit, die der Besucher ohne diese Hinweise kaum zu erken-nen vermag. Zahlreiche Grundrißzeichnungen, Skizzen, Schwarzweiß- und Farb-fotos illustrieren sehr anschaulich den auch für Laien gut verständlichen Text. Ver-schiedene Details, namentlich Zaunformen, Schnitte, Pfettenbretter u. a. ergänzenals Randzeichnungen die Darstellungen. Im Anhang wird ein Verzeichnis vonFachausdrücken und von Schriften zur Bauernhausforschung geboten. Ein Beitragvon Walter Strobl„ Zur Pflanzenwelt des Freilichtmuseums" stellt eine wertvolleBereicherung der Publikation dar.
Dem wohlgelungenen und ansprechenden Museumsführer, der das Lebenswerkdes Autors in vorzüglicher Weise dokumentiert, ist eine gute Aufnahme beim Publi-kum, dem Salzburger Freilichtmuseum ein erfolgreicher Ausbau zu wünschen.Viktor Herbert Pöttler
Volker Hänsel, Maria Kundegraber, Oskar Moser( Hrsg.), Tradition und Ent-faltung. Volkskundliche Studien. In memoriam Hanns Koren(= Schriftenreihedes Landschaftsmuseums Schloß Trautenfels am Steiermärkischen Landes-museum Joanneum, Bd. 3). Trautenfels, Verein„ Schloß Trautenfels", 1986,408 Seiten, Abb.
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