das Freilichtmuseum in idealer Weise durch Kurt Conrad in Großgmain verwirklichtwerden konnte. Im nach dem Krieg wiedererrichteten Arkadentrakt des Bürgerspi-tals baute Friederike Prodinger ab 1956 die Studiensammlung des Museums C.A.auf. Nun konnten auch endlich große Bestände der volkskundlichen Sammlung ausverschiedenen Depots an einem zentralen Ort zugänglich gemacht und aus denKisten ausgepackt werden.
Der Neubau des Museums an der alten Stelle, jedoch verkleinert um den Platz desnach dem Krieg auf Museumsgrund erbauten Stadtkinos, wurde 1967 eröffnet. Seitdamals mahnte die Jubilarin wie Cato bei jeder Gelegenheit, dieser Platz müsse spä-ter einer Museumserweiterung dienen. Leider ist dieser Plan nun neuerlich am Geld-mangel gescheitert und auf die lange Bank geschoben worden. Zusammen mitMuseumsdirektor Kurt Willvonseder und dem Kunsthistoriker Franz Fuhrmanngestaltete Friederike Prodinger die Innenausstattung des neuen Hauses und die Auf-stellung der Schausammlungen.
Nach dem plötzlichen Tod von Kurt Willvonseder wurde sie am 6. August 1969zur Direktorin des Museums Carolino Augusteum ernannt. Wichtige Ereignisse inder Geschichte dieses ehrwürdigen Instituts fallen in ihre Dienstzeit bis zur Pensio-nierung am 31. Dezember 1978: 1972 gelang es ihr, die Spielzeugsammlung von euro-päischem Rang des Wiener Ehepaares Folk für ihr Haus zu erwerben. 1972 und 1976fanden zwei große Gotik- Ausstellungen( Die Malerei; Skulptur und Kunstgewerbe)unter der Leitung des Kunsthistorikers Albin Rohrmoser statt. 1974 wurde das Dom-grabungsmuseum eröffnet; das Spielzeugmuseum, überwiegend aus Objekten derSammlung Folk bestehend, konnte nach aufwendigen Adaptierungsarbeiten im Bür-gerspital am 17. Mai 1978 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und erwiessich als Publikumsmagnet. Nach jahrelangen Verhandlungen von Friederike Prodin-ger unterzeichneten am 21. Dezember 1978 die Vertreter von Stadt und Land Salz-burg und der Grundeigentümer Baron Mayr- Melnhof den Bestandvertrag für dasSalzburger Freilichtmuseum. Der Einsatz der Direktorin für alle Belange ihrer Mit-arbeiter und ihre Kunst der Menschenführung sollen nicht unerwähnt bleiben.
Mit Jahresanfang 1979 begann der Ruhestand, der es der Jubilarin erlaubte, dasHauptwerk ,, Gewand und Stand. Kostüm- und Trachtenbilder der Kuenburg- Samm-lung" im Jahr 1983 herauszubringen.
Das Wirken der Jubilarin wurde 1973 mit dem Goldenen Verdienstzeichen desLandes Salzburg und 1977 mit der Michael- Haberlandt- Medaille des Vereins fürVolkskunde in Wien ausgezeichnet. Die Gesellschaft für Salzburger Landeskundeernannte sie 1985 zum Ehrenmitglied.
Irmtraut Froschauer
Hans Moser und Erna Piffl- Moser †
Das Schicksal hat es so gewollt, daß das von so vielen Freunden und Kennerngeliebte und geschätzte Ehepaar auch im Tod, so wie im Leben, so nahe beisammen-blieb. Wir betrauerten den Tod von Erna Moser im November 1987, und schon imJänner 1988 mußten wir Hans Moser die letzte Ehre erweisen.
Erna Piffl- Moser( 20. 10. 1904-26. 10. 1987) kam als Wiener Großstadtkindimmer nach dem salzburgischen Thalgau zur Sommerfrische und zeichnete und
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