Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
Seite
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Verschiedene museumspädagogische Projekte wurden vorgestellt, so jenes vonJakob Huber aus der Schweiz Für drei Tage in die Haut eines Dinosauriers schlüp-fen; von Pia Zeugin, Kunstmuseum Basel, über Kunst und Natur"; beides warenProjekte für Kinder. Ebenfalls für Kinder inszenierten Hamburger Museums-pädagoginnen eine 4- Länder- Hochzeit nach einem alten Stich. Es ergaben sich anre-gende Diskussionen, weil die vorgestellten Projekte zum Teil miẞglückt waren.

Die gut organisierte Tagung( vom Arbeitskreis Museumspädagogik Göttingene. V., vor allem von Heide Morjan und Wilm Prasse) war nicht zuletzt auch wegendes von allen Teilnehmern selbst gestalteten langen Abends erfolgreich, der unterdem Motto Die Natur in uns, um uns und in der Kultur" stand.

Die erarbeiteten Fragen, Antworten und Thesen werden in den Zeitschriften,, umwelt lernen( Zeitschrift für ökologische Bildung) und standbein- spielbein( Museumspädagogik aktuell) dokumentiert.

Gertrud Benedikt

,, Rund um die Uhr- Frauenalltag in Stadt und Land zwischen Erwerbsarbeit,Erwerbslosigkeit und Hausarbeit"

3. Tagung der Kommission Frauenforschung in der Deutschen Gesellschaft fürVolkskunde, veranstaltet von der AG Frauenforschung in der Volkskunde und demInstitut für Europäische Ethnologie und Kulturforschung an der Philipps- UniversitätMarburg.

Nach Tübingen und Freiburg fand die 3. Tagung der Kommission Frauenfor-schung in der DGV vom 2. bis 5. Juni 1988 in Marburg/ Lahn statt. Das Thema ,, Rundum die Uhr- Frauenalltag in Stadt und Land zwischen Erwerbsarbeit, Erwerbslo-sigkeit und Hausarbeit war brisant in seiner Spannung zwischen Arbeitslosigkeit,Haushalt, Erwerbsarbeit und der Diskussion um die Zukunft der Arbeit, immergeschlechtsspezifisch gesehen.

Der einführende Vortrag, eine kritische Einführung in die Debatten der Frauen-bewegung zum Thema Arbeit und Geschlecht"- so der Untertitel des Vortrages,, Feministische Gesellschaftsanalyse"- wurde von Cornelia Giebeler aus Bielefeldgehalten. Sie sieht in der Tendenz drei verschiedene theoretische und politischeAnsätze einer feministischen Gesellschaftsanalyse: die Defizitanalyse oder Gleich-heitstheorie, die von der Frage ausgeht, was Frauen an der Teilnahme an der politi-schen Macht behindert. Das Ziel wäre die Gleichheit, Frauen müßten ihre Defizitegegenüber den Männern aufholen; das Problem dabei ist eine unreflektierte Anglei-chung an den Mann. Die Differenztheorie geht davon aus, daß die Frauen durch ihreNichtbeteiligung an der Macht menschliche und soziale Werte bewahrt hätten. DasZiel wäre das Aussteigen aus der patriarchalischen Gesellschaft und das von Frauenzu leistende Aufbauen der gemeinsamen weiblichen Stärke; das Problem dabei istdie Illusion, aus der Gesellschaft aussteigen zu können. Schließlich der BielefelderAnsatz, der im Zusammenhang mit der entwicklungspolitischen Diskussion einer-seits und der Lohn- für- Hausarbeit- Diskussion andererseits entstanden ist. Schnitt-punkt dieser Analyse ist die Arbeit, die Frauen und auch Kleinbauern leisten. DieseArbeit wird als Subsistenzproduktion begriffen, die durch die Aneignung der Naturzum unmittelbaren Konsum definiert ist. Die Frauenarbeit wird so zur

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