Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
Seite
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Chronik der Volkskunde

Das Institut für Gegenwartsvolkskunde der Österreichischen Akademieder Wissenschaften

Im ,, Tätigkeitsbericht der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1986bis 1987"( Wien 1988, 257 Seiten) legt das Institut für GegenwartsvolkskundeRechenschaft ab über seine Arbeitsgebiete und die Forschungsergebnisse innerhalbdieses Zeitraumes. Dieser Bericht des geschäftsführenden Direktors enthält fol-gende Mitteilungen:

1. Arbeitsgebiete

Die Hauptaufgabe des Instituts besteht in der wissenschaftlichen Dokumentation,Analyse und Interpretation von Erscheinungen der Volkskultur, deren Bestand undWandel in der Gegenwart. Der Blick ist hierbei insbesondere auf die Kultur der unte-ren und mittleren Sozialschichten gerichtet. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich aufdie Epoche seit dem Ende des Ersten Weltkrieges als eine Periode tiefgreifendersoziokultureller Veränderungen. Räumlich läßt sich das Beobachtungsfeld mit demGebiet der heutigen Republik Österreich umschreiben, bei vergleichenden Aus-griffen vorzüglich auf den mitteleuropäischen Bereich im Sinne einer EthnologiaEuropaea.

Diesem Forschungszweck dienen einerseits langfristige Projekte der Grundlagen-forschung und Datenerhebung, andererseits mittel- bzw. kurzfristige problem- undsachorientierte Arbeitsvorhaben, vorzüglich unter Anwendung von Methoden derempirischen Kulturforschung im großstädtischen( Hauptstelle des Instituts in Wien)und im ländlichen Umfeld( Arbeits- und Präsentationsstelle Mattersburg, Burgen-land).

2. ErgebnisseGrundlagenforschungen

Z- Dokumentation: Die Erfassung von bisher ca. 75.000 Zeitungsbelegen undderen karteimäßige und mittlerweile auch EDV- gestützte Erschließung nach The-men, Orten und Personen ergibt eine neue umfassende Datengrundlage für die Dar-stellung und Untersuchung der Entwicklung und Verbreitung volkskulturellerErscheinungen in der Gegenwart. Die auf diese Weise zugänglich gemachte Doku-mentation wird nicht nur von den Mitarbeitern des Instituts, sondern vermehrt auchvon Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland als Quellenmaterial für monographi-

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