Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

16. Jahrhundert und vor allem um 1600 wohl eben als eine Ersatzdekormalerei fürursprüngliche Flachschnittzier vorhanden sind und zugleich eine Vorstufe für dieaufkommende Möbelmalerei darstellen.

In allen derartigen Fragen hat sich die Verfasserin übrigens auch bemüht, deminteressierten Leser in ausführlichen Anmerkungstexten und Glossierungen an dieHand zu gehen. Ihre Gründlichkeit bezeugen weiters die Mehrzahl der Bilderläute-rungen im separaten Abbildungsverzeichnis. Für eine sicher zu erwartende Neuauf-lage wäre zu wünschen, daß gewisse Fehler in Text, Anmerkungen und Register aus-gemerzt werden: Hodegetria.- nicht ,, Hodigitria, Hängesäule" nicht ,, Hän-gersäule" usw.; ebenso bedürfen die Verweiszahlen im Ortsnamenregister einerÜberprüfung.

-

Ein Buch, das zu vielerlei Fragen anregt, ist immer wichtig und wertvoll, ist alsoein gutes Buch. Dieses schafft zudem eine breite Brücke zur Holzbauforschung inder Tschechoslowakei und über gewisse Sprachbarrieren hinweg. Sein reicher undsehr dicht gearbeiteter Inhalt empfiehlt es schon für sich allein. Verlag und Autorenhaben damit zweifellos einen guten Griff getan.

Oskar Moser

Bäuerliche Architektur in Südtirol. 60 Zeichnungen von Roswitha Asche, Geleit-wort von Hans Grießmair. Hg. v. Landesverband der Südtiroler Volksbanken,( Bozen), o. J., unpag.

Die Kunsterzieherin Roswitha Asche aus Memmingen hat gemeinsam mit ihremGatten Günther Asche eine reichhaltige Sammlung von Zeichnungen und Aufmes-sungen von Bauten, Innenräumen und Geräten aus verschiedenen Tälern Südtirolsin selbstloser Weise dem Volkskundemuseum des Landes Südtirol in Dietenheim beiBruneck zur Verfügung gestellt. Eine Auswahl von 60 dieser feinen, ungemeindetailreichen und naturnahen Federzeichnungen sind in diesem Bildwerk zusam-mengestellt. Dabei geht es der Künstlerin keineswegs um idyllische Freizeitbeschäf-tigung, sondern sichtlich um das Bestreben, Wert und Schönheit überlieferter Bau-und Werkformen darzustellen und wenigstens im Bilde zu deren Erfassung undErhaltung beizutragen, wozu ja leider auch in Südtirol unter den Zwängen vonUmstellung und Adaptierung da und dort nur wenig Einsicht und Bereitschaft festzu-stellen sind. Man freut sich aber besonders, daß auf diesen Blättern nun so manche,, alte Bekannte an Südtiroler Höfen gleich in mehreren Einzelblättern festgehaltenwurden, wie etwa der Sarntaler Hof, Ban Lottn" in Rungg ob Sarnthein mit dem1984 abgetragenen Strohdachstadel, der uralte Streuhof Holzer auf Pieterstein imMühlwald- Tal mit seinen verschiedenen Zugebäuden bis zur Bachmühle, zur Alm-hütte, Wasserleit und steinernen Almgemarkung oder die Gebäude der ladinischenBerghöfe um Wengen im Gadertal( Campo in Cians,, Colz, Campill, Seres,Promberg usw.). Es sind meist Außenansichten, aber auch äußerst wertvolle Inte-rieurs von Rauchküchen, Schlafkammern, Futtertennen, Ställen, Kellern und Koch-hütten auf Almen u. dgl., die durchaus sachlich und mit großer Akribie die her-kömmliche bergbäuerliche Lebenswelt schildern und gerade für die Volkskundedokumentarischen Wert besitzen.

Der Landesverband der Südtiroler Volksbanken hat sich mit dieser Veröffentli-chung sicherlich auch um die Südtiroler Volkskunde gemeinsam mit der Künstlerin

218