Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
Seite
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Literatur der Volkskunde

Giustina Ostuni( Hg.), Les outils dans les Balkans du moyen àge à nosjours. 2 Bde.(= Documents et recherches sur le monde byzantin néohelléniqueet balkanique, Bd. XIV).( Paris), Éditions de l'école des hautes études en sciencessociales et Maisonneuve et Larose, 1986, 279, 1032 Seiten, Abb.

Les outils dans les Balkans du moyen âge à nos jours" nennt sich das zweibändigeWerk, das unter der Leitung von André Guillou entstanden und von Giustina Ostuniin den Editions de L'école des hautes études an sciences sociales et Maisonneuve etLarose herausgegeben wurde. Es ist dies gleichzeitig der XV. Band der, Documentset recherches sur le monde byzantin néohellénique et balkanique", was bedeutet,daß man es hier nicht mit einem in erster Linie volkskundlichen Werk zu tun hat,sondern mit einem Katalog, einem dictionnaire" entstanden aus 10.000 Angabenzu mehr als 500 Handwerksgeräten. Gesammelt und eingesandt wurden diese Noti-zen von zahlreichen Mitarbeitern vorwiegend aus Museen in Bulgarien, Griechen-land, Rumänien und Jugoslawien sowie aus Archiven in Venedig. Guillou bedauertin seinem Vorwort, daß nicht auch in Süditalien und der Türkei Forschungen durch-geführt werden konnten, Albanien als zone non concernée par l'enquête" wirdallerdings überhaupt nicht erwähnt. In beiden Bänden, im dictionnaire" wie imAbbildungsteil fällt ein Übergewicht der bulgarischen Angaben auf: Die Hälfte jedesder beiden Bände nimmt Bulgarien ein, die zweite Hälfte teilen sich die anderengenannten Länder. Dies ergibt sich aber nicht, wie es scheint, aus einer eben so gro-Ben Zahl von in bulgarischen Museen und Quellen eruierbaren Handwerksgeräten,sondern aus der unverhältnismäßig großen Zahl von Mitarbeitern aus Bulgarien.

André Guillou zitiert in seiner Einleitung byzantinische, neugriechische u. a.Quellen, in denen auf die Beziehung zwischen den verschiedenen Kategorien der,, activités manuelles" hingewiesen wird, und gibt in großen Zügen einen Überblicküber Handwerk und Handwerker im Verlauf der Jahrhunderte. Ein Kapitel in die-sem Werk vermißt man allerdings: Es ist das Gegenstück zum Grammatikteil inFremdsprachenwörterbüchern, das heißt, eine Übersicht, welche Geräte zu wel-chem Handwerk gehören, welche Geräte zur Herstellung verschiedener Objektenötig sind, wie diverse Geräte überhaupt gebraucht werden und nicht zuletzt, welcheMenschen sich welcher Handwerksgeräte bedienten.

Was beim Lesen des dictionnaires" etwas irritiert, ist die Tatsache, daß die Wör-ter in griechischer bzw. bulgarischer und serbokroatischer Sprache ausschließlich

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