Bei folgenden Ausstellungen war das Ethnographische Museum durch Leihgabenvertreten: Europalia'87 Österreich Geschenken aan het Keizerlijk Hof vanOostenrijk/ Cadeaux à la Cour impériale d'Autriche( ungarischer Hirtenmantel ausFilz- ,, szür", samt dazugehöriger Feldflasche-„ kulacs");„ Sparta- Sybaris. Keineneue Bauweise, eine neue Lebensweise tut not“( rumänische Hängewiege, Gott-scheer Holzwiege, mehrere Trachtenteile);„, Vuk Stefanović Karadzić 1787-1864"( Gusla mit Bogen, Bosnien).
4. Öffentlichkeitsarbeit und Werbung
Für beide Sonderausstellungen wurden Plakate gedruckt, welche in bewährterWeise, vor allem an kulturelle Institutionen und Fremdenverkehrsbetriebe, ver-schickt, aber auch in Wien in geeigneten Geschäften verteilt wurden. Ergänzenddazu ergingen regelmäßige Informationsschreiben an die regionale und überregio-nale Presse und an das ORF- Studio Burgenland.
5. Museumspädagogik, Vortragstätigkeit
Das Ethnographische Museum Schloß Kittsee wurde 1987 von 8261 Personenbesucht( Stand 31. Oktober 1987), für verschiedene Besuchergruppen wurden 50Führungen abgehalten. Auf dem 17. Österreichischen Historikertag in Eisenstadthielt Rat Dr. Felix Schneeweis ein Referat über die Geschichte und die wissenschaft-lichen Zielsetzungen des Ethnographischen Museums.
( Felix Schneeweis)
Sonderausstellung,,, Wegmüssen. Die Entsiedlung des Raumes Döllersheim1938-1942" im Schloßmuseum Gobelsburg
Am Freitag, dem 29. April 1988, wurde im Schloßmuseum Gobelsburg die Son-derausstellung des Österreichischen Museums für Volkskunde ,, Wegmüssen. DieEntsiedlung des Raumes Döllersheim 1938-1942“ eröffnet.
Wegmüssen ist ein bedeutungsschweres Wort. Es birgt die Gedanken anAbschied und an Zwang.
Wegmüssen, hieß es für etwa 7000 Menschen aus rund 50 Ortschaften desWaldviertels in den Jahren 1938-1942. Sie mußten innerhalb kürzester Zeit ihreDörfer verlassen und wurden umgesiedelt, manche von ihnen in nur wenige Kilo-meter entfernte Regionen, andere nach Oberösterreich, in die Steiermark oderanderswohin. Heute befindet sich in dieser„ alten Heimat“ der größte Truppen-übungsplatz Mitteleuropas. Von den Dörfern ist nichts geblieben, außer nur nochfür Eingeweihte und Ortskundige erkennbare, durch wuchernde Vegetation zuge-deckte Ruinenreste.
Die heutige Einstellung zu den Ereignissen vor 50 Jahren ist selbst unter den Aus-siedlern äußerst kontrovers. Während sich die einen als„ Heimatvertriebene im eige-nen Lande" sehen, die dieses Unrecht bis heute beklagen, gibt es auch Aussiedler,die den Heimatverlust, zumindest aus heutiger Sicht, als Herausforderung empfun-den haben und als Möglichkeit zu einer anderen und besseren Entfaltung genützt
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