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und ohne Adern ist, so schön schwarz zu beitzen, dass es so gut wieEbenholz aussieht, und sich auch eben so gut und glatt polirenläßt. 32. Besonders im Blickfeld des Schreinerhandwerks unddes Publikums lag zu Ende des 18. Jahrhunderts das Mahagoniholz,das wie wir nicht zuletzt aus den auf schriftlichen Quellen beru-henden Darlegungen von Walter Stengel wissen- seit etwa 1770 inDeutschland für den Möbelbau zunehmend verwendet wurde, rundsechzig Jahre, nachdem das Holz zunächst in bescheidenen Men-gen, dann aber zu Tausenden von Planken von Jamaica nach Eng-land gelangte. In den beiden letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhun-derts dringt der Gebrauch des Werkstoffes wohl auch unter demEinfluß der Zuwendung zur englischen Sachkultur- in die bürger-liche Wohnung vor, sodaß das Journal des Luxus und der Modendie Prognose stellte, daß Mahagoni in Deutschland bald ebensohäufig anzutreffen sei wie in England 33. Endlich wurde derGebrauch des Mahagoniholzes zu einem der Symptome des aus-greifenden Luxus und aus der Perspektive wirtschaftlich- merkanti-listischer Erwägungen mit strengem Verdikt belegt³4. Ganz zeitge-recht setzt die Konjunktur der Rezepte zur Nachahmung desbeliebten Werkstoffes ein: 1786 erscheinen solche in Periodika, diein Hannover und Berlin, also im Einflußgebiet englischer Kultur,verlegt wurden; sie fanden alsbald Eingang auch in die allgemeinetechnisch- ökonomische Literatur, so nach der Jahrhundertwendein die bekannte Enzyklopädie des Johann Georg Krünitz. Derbereits zitierte Ratgeber des Sigismund Friedrich Hermbstädt von1818 kennzeichnet, indem er Möglichkeiten der Partizipation brei-ter Bevölkerungsschichten an den Wohnqualitäten der Zeit hervor-hebt, die Zweckbestimmung dieser Nachahmungen ganz in einemVerständnis des Surrogats, das lange weiterwirken sollte: Es heißtdort im Abschnitt
,, Anweisung zu der Kunst, inländische Holzarten dem Mahagoniholzemöglichst ähnlich zu machen: Das ächte Mahagoniholz zeichnet sich durchseine angenehme Farbe, seine große Festigkeit, so wie durch die Eigenschaftaus, nie von Insekten angefressen und zerstört zu werden. Jene Eigenschaftengeben demselben einen sehr wesentlichen Vorzug vor den meisten europäi-schen und besonders den deutschen Holzarten, zur Anfertigung von Meublenetc. Aber der theure Preis dieses ausländischen Holzes, besonders inDeutschland, macht seinen Gebrauch nur zu den Meublen für die Reichernzulässig, dagegen ein großer Theil der weniger Bemittelten, auf die Anschaf-fung der aus demselben angefertigten Meublen, so wie auf deren Schönheitund Festigkeit, Verzicht leisten muß. Hier soll daher die Angabe gemachtwerden, wie man auch inländische Holzarten, dem Mahagoniholz sehr ähn-lich machen kann." 35
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