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Schemas von außerliterarischen Überlieferungen von volksläufigenFertigkeiten, Kenntnissen, Erzählungen vermutet worden ist, daßFarbenrezepte ländlicher Möbelmalerei vererbte und wohlgehü-tete Traditionen der Werkstätten im kleinstädtisch- dörflichenMilieu waren 27. Die Nützlichkeit der Kreuzbeere für die Herstel-lung der saftgrünen Farbe eines der öfters zitierten Exempla ausdem bisher wenig erschlossenen Fundus an ländlichen Rezept-sammlungen28 begegnet etwa auch in dem schon zitierten Traktatüber die Kenntnis der Pflanzen von 177629 oder 1809 in Carl Fried-rich August Hochheimers ,, Neuester chemischen Farben- Lehre" 30In gleicher Weise war beispielsweise die in handschriftlichenRezeptsammlungen aufgezeichnete Verwendung der Lilie für dieGewinnung von Grün oder der Gebrauch der Kornblume für Blauder ältere Erkenntnisse zusammenfassenden Fachliteratur geläu-fig. In diesen Sammlungen sind dann gelegentlich auch die Bezugs-quellen angegeben so etwa wird mitgeteilt, daß das meiste Saft-grün aus Tirol komme und in Nürnberg in Menge zu erhalten sei.Auf der anderen Seite aber ist gelegentlich die Absicht unverkenn-bar, die Produzenten zur Selbstversorgung anzuleiten; so wird etwaerläutert, wie man die Kornblume in„ ziemlicher Menge" sammelnsolle, die blauen Blumen auspressen solle, um dann unter Beifü-gung von etwas Alaun eine schöne durchsichtige, beständige blaueFarbe zu erzielen.
Wie die Erzeugung und Anwendung von Farben, war gegenEnde des 18. Jahrhunderts auch der Gebrauch von Farbstoffen zuImitationszwecken längst in die gewerbliche Literatur eingeführtworden. Bezeichnenderweise hat der in seiner Zeit hochangese-hene, in Berlin tätige Chemiker und Pharmazeut Sigismund Fried-rich Hermbstädt nicht nur mannigfach zur Verbreitung von Kennt-nissen auf dem Gebiete der Textilfärberei beigetragen, sondern ineiner Übersicht geeignete Holzsorten, Farbmittel, Arbeitsgängefür die Holzveredelung als„ Anweisung, inländischen Holzartenverschiedene Farben mitzutheilen, und sie dadurch den ausländi-schen ähnlich zu machen“ bekannt gegeben³¹. Auch damals war dasEbenholz ein besonders begünstigtes Material, jedoch wird in dergewerbekundlichen Literatur gelegentlich festgestellt, daß derGebrauch des Werkstoffes vielfach durch Surrogate ersetzt wordensei:„ Doch wird das echte Ebenholz heut zu Tage nicht so starkmehr gesucht, weil es nachgekünstelt werden kann. Die Drechslerund Tischler wissen das Birn- und Apfelbaum-, wie auch das Maul-beer- und Buxbaumholz, ingleichen alles Holz, welches fest, stark
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