matiker, der auf eine wissenschaftliche Fundierung gewerblicherTätigkeiten zielt, fragt, eingehenden Darlegungen vorausgehend,nach den Gründen für die Anwendung des Färbens von Holzarbei-ten und kann dafür drei Motive ermitteln:„ a) um dem Holzeirgendeine willkürliche, wenn auch in der Natur an Hölzern nichtvorkommende, Farbe als Verzierung zu ertheilen; b) um mit wohl-feilen inländischen Holzarten gewisse theure, außereuropäischenachzuahmen; c) um schlichten Holze durch theilweises Beitzen( gleichsam Bemahlen) das Ansehen zu geben, als ob es schöngeflammt, geadert etc. sey❝23.
Zweifellos sind solche Versuche der Systematisierungen und desZurückverweisens auf Prinzipielles mitbedingt durch die im letztenDrittel des 18. Jahrhunderts einsetzenden Tendenzen zur Verwis-senschaftlichung der gewerblichen Tätigkeiten.„ Technologie"wird zum Kennwort für diese Bestrebungen, sie soll gemäß denAbsichten des Urhebers des Begriffs, Johann Beckmann, gegen-über gängiger handwerklicher Praxis die beim Herstellungsvorgangvorkommenden Erscheinungen erklären, um die wahren Grund-sätze und zuverlässigen Erfahrungen in die Produktion hineinzutra-gen24. Ein solches Konzept erfaßte damals die einzelnen Gewerbe-zweige nur höchst ungleichmäßig. Deutlich erkennbar sind etwa dieZiele, die ökonomisch höchst wichtige Textilwirtschaft, namentlichauch die Textilfärberei, am Stand der Wissenschaften, an Mechanikund Chemie zu orientieren 25, während bei anderen handwerklichenProduktionsweisen die neuen Ansätze zunächst kaum die altgeüb-ten und in der Zeit der Aufklärung doch oft auch angefochtenenTraditionen durchdringen konnten. Immerhin aber beeinflußtendie ausgedehnten Erörterungen über die Veredelung von Textilienmöglicherweise auch die Behandlung von Holz durch Beizen,Anstrich, Bemalung, weil zufolge der Anleitungsbücher die glei-chen Farbsubstanzen benutzt worden sind: Indigo stand auch demMöbelmaler für die Erzeugung von Blautönen zur Verfügung, mit-tels Brasilholz schufen Gewebe- wie Holztechniker Farben in denSchattierungen zwischen Braun und Rot. Darüber hinaus wendensich manche Traktate zum Farbwesen in gleicher Weise an denMaler und an den Färber: so zum Beispiel eine anonyme Abhand-lung„ Kenntniß derjenigen Pflanzen, die Mahlern und Färbern zumNutzen... gereichen können“, in Leipzig 1776 erschienen 26. Auf-grund der sich verdichtenden Anzahl der im 18. Jahrhunderterschienenen Bücher zum Farbwesen will es als wenig einleuchtenderscheinen, wenn im Rahmen des bewährten volkskundlichen
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