Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
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standteil der Gewerbelehre geworden. Dies ergibt sich aus der Ein-beziehung dieses Themas in die Anleitungs- und Lehrbücher, nichtzuletzt in die berühmte vielbändige Technologische Enzyklopädie,die der Direktor des Polytechnischen Instituts in Wien, JohannJosef Prechtl, seit 1830 herausgab. Demnach werden die Fertigkei-ten zum Färben des Holzes zu einem Zweig des allgemeinen Wis-sens über Produktionsverfahren, das per definitionem alles das-.jenige einschließt, was durch menschliche Kunst und Arbeit eineneue Gestaltung zu irgendeinem Gebrauch annimmt. Aus der Pra-xisbezogenheit der Disziplin Technologie ergibt sich, daß die Auf-merksamkeit ganz der Wahl der richtigen Materialien, Werkzeugeund Verfahren gilt: So sind als günstige Voraussetzungen für dieNachahmung von fremden Holzarten Entsprechungen in Texturund Härtegrad genannt, oder es ist empfohlen, eine gute Maserie-rung in der Weise herzustellen, daß das Holz in rauhem Zustandmöglichst tief und intensiv eingefärbt und erst in einem späterenArbeitsgang durch Schleifen und Polieren geglättet wird 19.

So deuten manche Indizien darauf, daß schon in der ersten Hälftedes 19. Jahrhunderts die Holzfärberei nicht gänzlich zu den Rand-gebieten gewerblicher Betätigung gehörte, wobei für solchenBefund sowohl der Mangel an ausländischen Hölzern wie auch diewachsenden Luxusbedürfnisse im Bürgertum als auslösende Fakto-ren genannt werden. Jedenfalls kann die das Wissen ihrer Zeitzusammenfassende Enzyklopädie von J. S. Ersch und J. G. Gruberan den gemalten Surrogaten und ihrer Zubereitung nicht vorbeige-hen20, zumal damals die deutsche Übersetzung eines englischenStandardwerkes über Holzfärberei manchen Anhalt bietenkonnte. Parkinstons Bändchen aus dem Jahre 1825 ist indessennicht die erste Spezialveröffentlichung über Holzfärberei. Bereits1790 erschien ein den Tischlern oder Schreinern zugedachtes Anlei-tungsbuch, dessen Rezepte ausführlich den Anstrich von Möbelnoder anderem Holzwerk beschreibt. Neben Vorschlägen zur An-wendung einer recht breiten Farbenskala, etwa zwischen Indigo-blau, Pfirsichblütfarbe, Rosenrot, Dunkel- oder Seladongrün, wirdauch die Erstellung von Imitationen nicht vernachlässigt; dabeiwird eine ächte Beitze auf Erlenholtz, welche dem Mahagonygleich siehet" vorgestellt und weiterhin die Versteinerung des Hol-das mittels des erläuterten Verfahrens Härte und das Aussehenvon weißem oder grauem Marmor erhalten soll, behandelt²².

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Gewiß wirkt die Aneinanderreihung von Rezepten wie siemanchen Anleitungsbüchern eignet unbefriedigend; der Syste-

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