Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
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dann mit fein geriebener Oelfarbe die Verzierung recht dünn dar-auf. Nachdem man die Meubles einige Tage lang hat trocknen las-sen, überpolirt man die Meubles nochmals. So behandelte Meublessind von denen mit eingelegter Arbeit kaum zu unterscheiden undnatürlich viel wohlfeiler herzustellen" 13

Eine erhebliche Vereinfachung des Arbeitsprozesses versprachman sich in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts von einemneuen Gerät, den Lederwalzen, die, wohl englischem Vorbild fol-gend, zur Erzeugung von Holzmustern angewendet wurden. EinVorlagenbuch mit Maserungen veranschaulichte alle nur mögli-chen Muster, während es entsprechend geschnittene Walzen selbstungeübten Malern ermöglichte, eine gute Imitation auf das Werk-stück aufzutragen 14. Damit scheinen auch auf dem Sektor der farbi-gen Ausstattung von Möbeln Verfahren der Mechanisierung einge-leitet, durch die letztlich die in traditioneller Weise tätigen Hand-werker gegenüber den verlags- und fabrikmäßig eingerichtetenProduktionsformen nicht mehr konkurrenzfähig waren wie dennauch die Erstellung von Kapitellen, Konsolen, Zierleisten zur Ver-kleidung der Schrankmöbel mittels Schablonendrehbänken,Kopier- und Skulpturanlagen als symptomatisch für die Übergängezur Möbelindustrie gelten dürfen¹6.

Indessen deuten zunächst die meisten Nachrichten darauf hin,daß sie sich an den des Gebrauchs von Ersatzmaterialien kundigenHandwerker wandten, die Bereitung und Benützung von Farbenzur Erstellung von Ersatzstoffen gehörte demnach zum geläufigenRepertoire der Werkstätten, wie die kurzen Anleitungen dazu be-stimmt waren, die Arbeitspraxis zu erweitern und zu vervollkomm-nen. Aus der allgemeinen Tendenz der Gewerbeblätter darf weiter-hin gefolgert werden, daß auch die Surrogate behandelnden Mittei-lungen Teil eines Programms waren, das darauf abzielte, die Ge-werbe an den fortschreitenden Erkenntnissen der Naturwissen-schaften und der Technik teilhaben zu lassen, um sie auf dieseWeise zur Erstellung von marktkonformen Erzeugnissen anzulei-ten¹. Endlich aber hatte die Vermittlung von neuen Zierverfahrenmöglicherweise auch dem Zweck zu dienen, die Konkurrenzfähig-keit des Handwerks zu sichern, weil es in der künstlerischen Aus-führung des Produkts um einen Sachbereich ging, in den vermeint-lich die Maschine zunächst nicht eindringen konnte¹8.

Aber ohnehin war die Darstellung höherwertiger Materialiendurch die Behandlung des Holzes mit Farbe zu einem festen Be-

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