hat( Salzburg 1971). Schließlich werden die einzelnen Tafeln ausführlich kommen-tiert, indem der Herausgeber auch archivalische Quellen aus der Entstehungszeit derHeumannschen Bilderfolge heranzieht und so auf ihren Wahrheitsgehalt hin unter-
sucht.
Dabei erfährt man allerlei. Etwa, daß Haselnüsse als gesundheitsschädlich galtenund deshalb der Handel mit ihnen verboten war. Dagegen galt der Hausierhandelmit See- und Süßwasserfischen als unbedenklich. Allerdings waren sie entwedergetrocknet, wie die Schollen( Tafel 30), oder sie waren sonstwie haltbar gemacht. Indiesem Zusammenhang darf vielleicht auf eine Salzburger Quelle verwiesen werden.Im Hausierhandel wurden Lauben und Schied aus der Fuschler Ache vertrieben, diezunächst abgesotten und dann eingesalzen und so haltbar gemacht wurden( Noë,Österr. Seebuch, 1867, 243). Die Methode ist sehr alt. Schon aus dem 9. Jahrhundertexistieren Zeugnisse für das Marinieren von Fischen aus St. Gallen und dem KlosterReichenau/ Bodensee. Manchmal würde man gerne noch etwas mehr erfahren, etwa,was die Salzburger Händler mit nach Göttingen gebracht haben oder woher dieStrohstühle, oder genauer Hocker, stammen, die da ein kräftiger junger Mann mitsich trägt.
Heumanns Kaufrufe, die erste Kaufrufserie im deutschen Sprachraum, sind auchfür die Göttinger Stadtgeschichte eine einmalige Bildquelle dank der Genauigkeitihres Zeichners. Mehr noch sind sie eine wichtige Quelle für das historische Alltags-leben, die Brednich mit dieser geglückten und im übrigen preiswerten Editionerschlossen hat.
Herbert Schempf
Angelos Baš, Oblačilna kultura na Slovenskem v Prešernovem času( 1. polovica 19. stoletja)( Die Kleiderkultur in Slowenien zur ZeitPrešerens; erste Hälfte des 19. Jhdts.). Ljubljana, Staatsverlag Sloweniens, 1987,347 Seiten, 12 Seiten Register, 121 Abb.( französische ZusammenfassungS. 315-335).
Angelos Baš, Mitarbeiter am Institut für slowenische Volkskunde an der Sloweni-schen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie Dozent an der UniversitätLjubljana/ Laibach, hat sich seit Jahren schon als der beste Kenner des Trachten-wesens seines Volkes im Rahmen der heutigen Teilrepublik Jugoslawiens wie dar-über hinaus erwiesen. Wir erinnern an diese beiden bisherigen Hauptleistungen:1. Noša na Slovenskem v poznem srednjem veku in 16. stoletju( Die Tracht in Slowe-nien im Spätmittelalter und im 16. Jh.), Ljubljana 1970, 147 Seiten; 2. Opisikmečkega oblačilnega videza na Slovenskem v 1. polovici 19. stoletja( Beschreibun-gen der bäuerlichen Gewandung in Slowenien in der ersten Hälfte des 19. Jhdts),Ljubljana 1984( vgl. dazu ÖZV 1986, S. 354). Als eine ganz deutliche Forschungnach Sozialdifferenzierung gegenüber dem eben angeführten reichen Material desBäuerlichen, legt nun der fruchtbare und kenntnisreiche Gelehrte einen vom,, Staatsverlag für Slowenien"( Državna založba Slovenije) bibliophil ausgestattetenBand über die Kleiderkultur einer der glanzvollsten Perioden in der Kultur- undLiteraturgeschichte der Slowenen vor. Es ist jener durch den( slowenisch unddeutsch schaffenden) Dichterfürsten France Prešeren( 1800-1849) gültig repräsen-tierte Abschnitt der„ Wiedergeburt"( slowen.- serbokroat. preporod) in einer reich
106