3. Die Mehrzahl der Beiträge stammt aus laufenden Untersuchungen und wirderst nach Abschluß publiziert. Interessenten mögen sich daher an die Autoren selbstwenden. Kontakte können vom Berichterstatter vermittelt werden.
4. Hans- Georg Stephan, Bemalte Irdenware der Renaissance aus Mitteleuropa.Forschungshefte des Bayerischen Nationalmuseums München. München 1987.
5. Werner Endres, Bibliographie zur Keramikforschung X. In: Bayerische Blätterzur Volkskunde 14( 1987), H. 3, 169–182.
,, Der Dämon und sein Bild.- Versuch einer alpenländischen Dämonologie“ ·Viertes Symposium zur Volkserzählung auf der Brunnenburg bei Meran,22.- 24. Oktober 1987
Schon Tradition sind die Arbeitsgespräche auf der Brunnenburg bei Dorf Tirolgeworden, die nun bereits zum vierten Mal stattfanden. Als Gastgeber trat der Haus-herr, Siegfried de Rachewiltz, auf, die Vorbereitung und Durchführung oblag demInnsbrucker Ordinarius für Volkskunde, Leander Petzoldt. Als Ziel dieser Sympo-sien gilt, Tirol als eine traditionsreiche Erzähllandschaft in den Mittelpunkt der For-schung zu rücken.
Ging es bei den Tagungen in den vergangenen Jahren um methodische Fragestel-lungen, Klassifizierung und Interpretation von Erzählgut bzw. um die ikonographi-schen Aspekte, so wurde nun der Frage nach der Darstellung des Dämons im Laufeder Geschichte nachgegangen. Dabei wurde auch die Bandbreite verschiedenerdämonischer Erscheinungen aufgezeigt.
Zum Gedankenaustausch trafen sich Erzählforscher aus der BundesrepublikDeutschland( Helmut Fischer, Bonn; Hans- Jörg Uther, Göttingen; Bernd DieterInsam, München; Walther Heissig, Bonn), Schweiz( Gotthilf Isler, Küsnacht), Ita-lien( Hans Fink, Brixen; Cesare Poppi, Bologna; Siegfried de Rachewiltz, DorfTirol) und aus Österreich( Helmut Hundsbichler, Krems; Leander Petzoldt, IngoSchneider, beide Innsbruck).
Im Rahmen der Eröffnung der Tagung am Abend des 22. Oktobers wurden vomObmann des Südtiroler Landesverbandes für Heimatpflege, Ludwig WaltherRegele, die ersten beiden Bände der Reihe„ Beiträge zur europäischen Ethnologieund Folklore" vorgestellt. Die Reihe wurde vom Institut für Volkskunde der Univer-sität begründet und umfaßt zunächst zwei Ausgaben: In der Reihe A( ,, Texte undUntersuchungen“) erschien von Helge Weinrebe„ Märchen- Bilder- Wirkungen.Zur Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte von illustrierten Märchen der BrüderGrimm nach 1945“. Die Reihe B(„ Tagungsberichte und Materialien“) enthält denBand ,, Studien zur Volkserzählung"( Berichte und Referate des ersten und zweitenSymposiums auf der Brunnenburg aus den Jahren 1984 und 1985), herausgegebenvon L. Petzoldt und S. de Rachewiltz.
Helmut Hundsbichler vom Institut für mittelalterliche Realienkunde, Krems,sprach zur Eröffnung über das Thema„, Der Dämon im Bildzeugnis vom Mittelalterbis zur frühen Neuzeit". In diesem Diavortrag interpretierte er Bildquellen vonDämonendarstellungen. Dabei zeigte es sich, daß bei zunehmender Materialdichte( z. B. Teufelsdarstellungen) die Erstellung einer Typologie immer mehr Schwierig-keiten bereitet.
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