Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
Seite
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hundert am Beispiel von Böhmen und Mähren", completes the study on this pheno-menon in the Central- European cultural landscape of Böhmen and Mähren. Knownfrom her publication on" Holzkirchen"( Wien 1986), a study on the wooden churchesin the area of Böhmen, Mähren, Schlesien and Slowakei, actualising the presence ofthese wooden churches in the total European architectural landscape, she has dealtin the present lecture with placing the 19th centural popular architecture of Böhmenand Mähren in the context of a broader European tendency.

When the Art Nouveau and Jugendstil are known as the style of the main Euro-pean centers like Vienna, Paris, Brussels, Barcelona, Vera Mayer has illustrated howan important surrounding movement in the country is present. Her exposition throwsfresh light on the study of this less known Central- European tendencies of the19th century.

As a conclusion it could be said that in this conference particular themes have beentouched upon, which could stimulate the organization of a broad comparing study ofthis tendency which profiles itself as of European importance. Folk- architecturecould explore in this way phenomena which have common European tangent sur-faces.Raf De Saeger

Die Zeit im Märchen.

Internationaler Kongreß der Europäischen Märchengesellschaft in Gelsenkirchen,30. September bis 4. Oktober 1987

Die Festlegung einer gesamten Tagung auf lediglich Die Zeit im Märchen"erschien zunächst wegen der doch sehr engen Themeneingrenzung recht problema-tisch: Würde das Thema für die Vielzahl der Veranstaltungen, die fast 1000 Teilneh-mer unterschiedlichster Provenienz und Motivation ergiebig genug sein? NachBesuch des nahezu perfekten Kongresses, organisiert von Ursula Heindrichs( Gel-senkirchen), kann diese Frage bedingungslos bejaht werden. Wie wurde der Erfolgerreicht? Im wesentlichen dadurch, daß einmal für die Plenarvorträge 13 Wissen-schaftler gewonnen werden konnten, die aus den Bereichen der Pädagogik, Theolo-gie, Psychiatrie, Musik-, Geschichts- und Literaturwissenschaft sowie Philosophiekamen. Die von dem jeweiligen disziplinären Hintergrund bedingten andersartigenZugänge zum Thema führten zu abwechslungsreichen, überraschenden und umfas-senden Ergebnissen von hohem Niveau. Im einzelnen referierten:

Franz Vonessen( Freiburg) über den Kairos" im Märchen, den richtigen Augen-blick, wobei der Philosoph etwa das von Max Lüthi definierte ,, Gesetz der Präzision"dem Kairosbegriff unterstellte. August Nitschke( Stuttgart) versuchte Datierungender Märchenstoffe an Hand von Archaismen in keltischen und germanischen Texten.Der Mediaevist Horst Wenzel( Essen) verdeutlichte die Mehrdimensionalität derhistorischen Zeit im Märchen: Agrarzeit, geistliche Zeit( Heilszeit), Zeit des Adels,Zeit der Kaufleute. Zusammenhänge zwischen Zahlenangaben und Zeit in denGrimmschen Texten deckte Heinz Rölleke( Wuppertal) auf. Barbara Gobrecht( Gebenstorf, Schweiz) brachte aus literaturwissenschaftlicher Sicht neue Aspekte zuden Zeiten der Bedrohung für die Märchenheldin, speziell während der AbschnitteFamilienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Stillperiode. Nelly Naumann

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