Jahrgang 
91 (1988) / N.S. 42
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

Aspekte der Tiroler Schlingenjagd

Von Christoph Gasser

*

Vorausgeschickt sei, daß die Untersuchung noch nicht abge-schlossen ist: die Materialaufnahme läuft noch. Meine Betrachtun-gen berühren daher eher einen Primäraspekt der Sachgüterfor-schung, nämlich die Erforschung ihrer Beziehungen zum Menschenund der Beziehungen des Menschen zu ihnen, denn ,, die Ethnogra-phie ist eine Wissenschaft von den Menschen, nicht von denSachen. Ihr Ziel ist u. a. die Erkenntnis des Menschen und dermenschlichen Beziehungen, die von den materiellen und histori-schen Bedingungen abhängen. Die Erforschung der materiellenSachen ist nur ein Mittel für die Erreichung dieses Zieles" ¹. Magetformulierte dies eindrücklich mit der Feststellung für den Ethno-graphen existiert die Sache nicht( wenn nicht nur physisch) außer-halb ihrer Bedeutung für den Menschen. Durch die Aufzeichnungdieses Beziehungssystems erfährt man das, was Fél/ Hofer als die,, kulturelle Persönlichkeit der Geräte definiert haben². Die Phä-nomenalbeschreibung von Geräten wurde bisher viel zu oft funktio-nalen Kriterien untergeordnet; Gründe hierfür sind in der Wissen-schaftsgeschichte des Faches zu suchen. Ich spreche aber keines-wegs der Funktionalbetrachtung jegliche Bedeutung ab; sie ist abernur einer der Untersuchungsbereiche. Zu einzelnen Kritikpunkten,wie dem Evolutionsglauben, dem Kontinuitätsglauben, Datie-rungsmöglichkeiten, Verbreitungstheorien, Entwicklungshier-archien, Typenbildung, Reliktforschung usw. später bei den einzel-nen Punkten Näheres.

*

Geringfügig geänderte Fassung eines anläßlich der Arbeitsgespräche zur Ergo-logie und Gerätekunde Südtirols vom 7. bis 9. Mai 1987 auf der Brunnenburg, DorfTirol" gehaltenen Referates.

29