Volkstümliche Wetterbeobachtungenim Marchfeld/ NÖ.
Von Leopold Kletter
Die volkstümliche Wetterbeobachtung unterscheidet sich vonder wissenschaftlichen vor allem dadurch, daß sie keine Meẞinstru-mente verwendet. Bei der wissenschaftlichen Wetterbeobachtungwerden meteorologische Parameter, wie Luftdruck, Lufttempera-tur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Wind usw. mit Instrumentengemessen. Man erhält dadurch Meßwerte, die das Wetter für einenbestimmten Termin beschreiben. Durch mathematische Verknüp-fung der Parameter miteinander erhält man ein Gleichungssystem,das eine Vorausberechnung der meteorologischen Parameter füreinen späteren Termin ermöglicht. Diese berechneten Datenbeschreiben dann das Wetter für den Termin, den man der Berech-nung zugrunde gelegt hat.
Diese sogenannte„ numerische Wettervorhersage“, die erstdurch Verwendung des Computers ermöglicht wurde, kann als dergrößte Fortschritt seit Bestehen der wissenschaftlichen Wettervor-hersage angesehen werden. Die Entwicklung der Großwetterlagekann durch Anwendung dieser Methode mit fast 100% iger Genau-igkeit bis zu fünf Tagen vorausberechnet werden. Die Unsicher-heit, die trotz Anwendung der Mathematik bei der praktischenWettervorhersage dennoch besteht, beruht vor allem auf der Ein-wirkung lokaler Einflüsse auf das Wetter. Das Profil einer Land-schaft drückt dem Wettergeschehen seinen Stempel auf. Bei glei-cher Großwetterlage ist zum Beispiel das Wetter im Montafontal inVorarlberg anders als im Waldviertel in Niederösterreich oder imJoglland in der Oststeiermark. Der Wetterdienst kann aber ganzunmöglich auf lokale, engbegrenzte Einwirkungen auf das Wetter