Literatur der Volkskunde
cal Netnography«<( S. 136–156). Die Anwendung ethischer Richtlinienauf die Onlineforschung scheint auf den ersten Blick viel diffuser als inanderen ethnographischen Kontexten. Fragen der Privatsphäre, des Ur-heberrechts und der Anonymisierung stellen sich hier oft ganz anders.Gerade deshalb sollten ethische Gesichtspunkte möglichst schon bei derExplorationsphase reflektiert und in den forschungsleitenden writtenguidlines( S. 91) festgehalten werden.
Max Leimstättner
Simone Egger: Phänomen Wiesntracht.Identitätspraxen einer urbanen Gesellschaft.
Dirndl und Lederhosen, München und das Oktoberfest(= Münchner ethnographische Schriften, Bd. 2).München: Herbert Utz Verlag 2007, 140 Seiten, s/ w Abb.
In ihrer knappen und dennoch nach Umfassendheit strebenden Studieuntersucht Simone Egger das» Phänomen Wiesntracht«<. Die als Magis-terarbeit an der Ludwig- Maximilians- Universität entstandene Arbeitpräsentiert im reichlich untersuchten und medial zuzeiten überreprä-sentierten Feld» Münchner Oktoberfest«< ein neueres Phänomen: dasaktuelle>> vestimentäre Verhalten« auf der» Wiesn<«<. Simone Egger be-dient sich dafür des Ansatzes einer historischen Kleidungsforschung undmacht diesen, verbunden mit empirischen Explorationen, für diewärtige Ausprägung von Festkleidungsgewohnheiten fruchtbar.
gegen-
Der in der Reihe» Münchner ethnographische Schriften«< erschie-nene Band ist in sieben Teile gegliedert und nähert sich über den For-schungsstand Oktoberfest, über die Geschichte und die Festbesucherdem Phänomen Wiesntracht in der Gegenwart( Kap. 4). In den Fokuswerden auch die Anbieter und Hersteller( Kap. 5) genommen und einausgiebiges Kapitel( Kap. 6) kreist um» Beweggründe und Funktioneneiner modernen Tracht«<( auch wenn der Titel dieses Kapitels ein we-nig holperig daherkommt). Simone Egger arbeitet an einem im bes-ten Sinne der Fachtradition breitgefächerten Quellenmaterial. Sieberücksichtigt zum einen Literatur, Medien und historische Literaturund verwendet zum anderen eigenes empirisches Material, nämlich eineFragebogenerhebung aus den Jahren 2004 und 2005. Zudem und das
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