Peter F. N. Hörz,>> Treue zur Tradition heißt nicht, Mumien zu konservieren,[...]<<
tarische Aktivitäten auf dem Gebiet des jüdisch- kulturellen Erbes. Al-lerdings gingen Wolfs Sammelinteressen wie auch seine Sammelpraxisweit über jene Wachsteins hinaus: Denn während Wachstein sich aufAbschriften von Grabdenkmälern und auf die Sichtung und Dokumen-tation von Akten konzentrierte, sammelte Wolf Judaica und Altertümeraus dem westungarischen Raum im weitesten Sinne und legte damitden Grundstein für eine umfangreiche Sammlung, die wiewohl spä-ter zuweilen als Grundstock des Burgenländischen Landesmuseums be-zeichnetgrößtenteils im Jahre 1958 an ein Schweizer Auktionshaus
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Auffällig an Wolfs Arbeiten ist, dass es ihm offenbar nicht zuletzt da-rauf ankam, Zeugnisse von historisch besonders frühen Niederlassungenvon Juden liefern zu können. So versuchte Wolf etwa 1928 in den» Mit-teilungen des burgenländischen Heimatschutzvereines<< zu belegen, dassdas Eisenstädter Ghetto eine Gründung von Juden gewesen sei, die 1670aus Wien vertrieben worden waren. 28 Und mehr noch: Im Geleitwort zudem von Wolf herausgegebenen, von Wachstein verfassten Buch über>> Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt«< deutetWolf zumindest an, dass die jüdische Siedlungsgeschichte im pannoni-schen Raum bereits viel früher begonnen habe, denn:» Kelten, Römerund Germanen haben hier gelebt. Dieser glückliche Erdenwinkel zeigtSpuren ältester Kultur- und deutscher Fleiß hat dort eingesetzt, wo das
27 Wolfs Sammlung, die aus vorgeschichtlichen und antiken Funden und Kunstgegen-ständen bestand, umfasste 1932 ca. 5800 Objekte. 1938 zum Verzicht auf seine Kol-lektion genötigt, floh Wolf im Frühjahr 1939 von Wien aus über Triest nach Palästi-na und verstarb dort 1946. Das Burgenländische Landesmuseum erwarb 1958 einigeGegenstände aus der Sammlung von Wolfs Erben. Da Wolf 1938 im 34. Semesterals außerordentlicher Hörer an der Universität Wien studierte und dies nach dem» Anschluss<< nicht mehr durfte, wird er aktuell im Rahmen der Ausstellung» Ausge-grenzt, vertrieben, ermordet«< des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Wiengewürdigt. Vgl. hierzu: http://www.univie.ac.at/geschichtegesichtet/, http: // www.univie.ac.at/geschichtegesichtet/2010/s_wolf.html( Zugriff: 25.7.2010).
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Zur Wolf- Dynastie im weiteren und zu Sándor Wolf im engeren Sinne vgl.: Sabi-ne Lichtenberger, Gert Tschögl: Zur burgenländisch- jüdischen Geschichte. In: GertTschögl, Barbara Tobler, Alfred Lang( Hg.): Vertrieben. Erinnerungen burgenländi-scher Juden und Jüdinnen. Wien 2004, S. 494–513.
Sándor Wolf: Das heutige Eisenstädter Ghetto- eine Gründung der Wiener Exu-lanten des Jahres 1670. In: Mitteilungen des burgenländischen Heimatschutzverei-nes 2, 1928, 3, S. 66-69.
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