Peter F. N. Hörz,>> Treue zur Tradition heißt nicht, Mumien zu konservieren,[...]<<
die Herausgabe einer» Zeitschrift für jüdisches Museal- und Buchwesen,Geschichte, Volkskunde und Familienforschung« 20 bezeugte.
Auf dem Gebiet des Sammelns und Festhaltens war zeitgleich aberauch der Historiker und Bibliothekar der Wiener Israelitischen Gemein-de, Bernhard Wachstein, aktiv, der 1922 eine Dokumentation über>> DieGrabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt« 21, vier Jahrespäter eine Kollektion von» Urkunden und Akten zur Geschichte derJuden in Eisenstadt und den Siebengemeinden« ²² vorlegte und damit,wenn schon kein im engeren Sinne volkskundliches, so doch zumindestein kulturhistorisches Interesse am jüdischen Erbe des Burgenlandes er-kennen lässt. Ohne dass Wachstein selbst dies näher ausführen würde,wird bei der Lektüre seiner Schriften doch deutlich, dass sein Interesseder Produktion von Herkunftsgeschichte gilt, welche er für die Gegen-wart mit prägend hält, seien doch in jedem» beliebigen Abschnitte gesell-schaftlichen Lebens[...] die Keime des Folgenden enthalten.«< 23 Und weilWachstein von einer ungefähren Gleichheit der Lebensbindungen derJuden im deutschen Sprachgebiet zumindest seit dem 11. Jahrhundertausgeht, hält er die mit der Dokumentation verbundene Absicht,» einStück Leben aus einem Winkel in seiner Unmittelbarkeit vorzuführen<<,nicht nur für lokalgeschichtlich relevant, sondern zugleich in Bezug aufden gesamten deutschen Sprachraum für aussagekräftig."
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Zugleich aber klingt bei Wachstein bereits – vorsichtig, aber nichtvöllig überhörbar – jene Glorifizierung der Lebensverhältnisse der Judenauf dem Esterházy- Territorium an, welche später den Diskurs über jü-disches Leben in Deutsch- Westungarn bzw. im Burgenland prägte undmitunter vergessen machte, dass die Juden auch in dieser Region unterdem Druck der nichtjüdischen Mehrheitsbevölkerung standen, dass esdurchaus Gewalt gegen Juden von unterschiedlicher Qualität gegeben,und dass diese Gewalt eine lange Geschichte hat. Auf die Judenpolitik
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Nach bibliographischen Recherchen des Autors umfasst die unter dem Obertitel>> Jüdisches Archiv«< erschienene Zeitschrift zwei Jahrgänge mit sechs( 1927) bzw.neun( 1928) Ausgaben.
Bernhard Wachstein: Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt.Wien 1922.
Ders. Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Eisenstadt und den Sieben-gemeinden. Wien, Leipzig 1926.
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Ebd., S. XII.
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