Margot Schindler,» Alter Jude, Ton, glasiert<<
lung als Frau in einer damals noch männerdominierten Akademikerweltgreift als Argument nicht wirklich, beschäftigte das Museum doch von1924 bis 1938 als einzige akademisch gebildete Mitarbeiterin neben demDirektor eine Frau jüdischer Herkunft. 1938 wurde sie von den Natio-nalsozialisten als» Halbjüdin« eingestuft, was ihre sofortige Enthebungvom Dienst>> aus rassischen Gründen« nach sich zog.
Ihr, Adelgard Perkmann, widmete Herbert Nikitsch>> eine fachge-schichtliche Notiz«< in der Österreichischen Zeitschrift für Volkskun-de 18, wie auch noch zwei anderen jüdischen Protagonisten im Umkreisdes Museums für Volkskunde 19, dem Lehrer und Sammler HeinrichMoses, der sich später Moser nennen musste, um in seinem ländlichenLebensumfeld antisemitischen Anfeindungen nicht so massiv ausgesetztzu sein, und der wie Adelgard Perkmann aus gutbügerlich- mittelständi-schem Elternhaus stammenden Marianne Schmidl, die gleich Perkmannals Bibliothekarin arbeitete, allerdings in der Nationalbibliothek.
Heinrich Moses war Vereinsmitglied der ersten Stunde und diesbis zu seinem Tod 1920. Er hat all die Jahre hindurch für das Museumgesammelt und für die Zeitschrift kleinere Beiträge verfasst. Auch Adel-gard Perkmann hat kleinere Schriften und Rezensionen beigetragen,doch sie war, wie die Tätigkeitsberichte des Museumsvereins auswei-sen, hauptsächlich durch Vorträge am Haus, in Volkshochschulen undbesonders im Rundfunk intensiv in die» volksbildnerische«< Arbeit desMuseums eingebunden. Marianne Schmidl lernte das Museum durchein einjähriges Volontariat( 1913) kennen und scheint in der Folge in denTätigkeitsberichten als Sammlerin, etwa in Bulgarien( 1925), auf. 20 Adel-gard Perkmann hat,» psychisch zerrüttet« 21, wie es Nikitsch formulierte,das Kriegsende nur um wenige Monate überlebt. Marianne Schmidlwurde im Konzentrationslager Izbica ermordet.22 Herbert Nikitsch
18 Herbert Nikitsch: Adelgard Perkmann— eine fachgeschichtliche Notiz. In: Öster-reichische Zeitschrift für Volkskunde LIII/ 102, 1999, S. 359–369.
19 Herbert Nikitsch: Moser, Schmidl, Trebitsch& Co. Halbvergessenes aus der Ge-schichte des Vereins für Volkskunde. In: Österreichische Zeitschrift für VolkskundeLIX/ 108, 2005, S. 257-294.
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Im selben Jahr erscheint von Marianne Schmidl auch ein Beitrag» Zur Kenntnis derTrachten von Südwest- Bulgarien«. In: Wiener Zeitschrift für Volkskunde 30, 1925,S 46-60.
Nikitsch( wie Anm. 19), S. 292.
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Ebd.
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