356 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXIV/ 113, 2010, Heft 2
BUCHANZEIGE
Michael Simon, Thomas Hengartner, Timo Heimerdinger undAnne- Christin Lux( Hg.): Bilder. Bücher. Bytes. Zur Medialität des Alltags(= Mainzer Beiträge zur Kulturanthropologie/ Volkskunde 3). Münster u. a.:Waxmann, 2009, 586 Seiten, zahlr. S/ W Abb.
Der angezeigte Band fasst die insgesamt 66 Beiträge des 36. Kongres-ses der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde in Mainz 2007 zwischenzwei Buchdeckel. Dass in der» Stadt des Buchdruckes«< die Medialität desAlltags in den Blick, in das Denken und die Analyse genommen wurde,ist naheliegend. Und das( vielleicht zu) breite Spektrum des Dargebote-nen scheint durchaus auf die strukturellen und inhaltlich- methodischenGegebenheiten unserer Disziplin zu verweisen.
Fünf Plenarvorträge, sechs Panels, neun thematische Sektionen so-wie Forschungs- und Projektbereiche erlauben Einblicke in die forschen-den und lehrenden Umgänge mit der Medialität des Alltags. Für dasThema maßgeblich sind die aus den Plenarvorträgen hervorgegangenenBeiträge von Kaspar Maase(» In der Falle? Überlegungen zu Medien-kritik, Ethnographie, Ironie und Empörung«) und Gottfried Korff(» Igeloder Kuscheltier? Anmerkungen zur Situation des Museums im Medi-enwandel der Informationsgesellschaft«<). Einen theoretischen Blick zu-rück und in die Zukunft bietet- vielleicht sogar unbewußt- der Beitragdes Medienphilosophen Andreas Ströhl mit» Die kodifizierte Welt desVilém Flusser«. In den sechs Panels mit jeweils drei bis vier Beiträgenwerden die Grenzen der Medialität bezogen auf Medienwirklichkeitund Lebenswirklichkeit, auf» Wissenstranfers und Medienpraxen<<, auf>> Repräsentationspraxen«< bis hin zu( medialen) Fragen» volkskundlichenWissens<< und zu medialem Handeln im Untersuchungsfeld»> Unterhal-ten und Belehren«< untersucht.
Insgesamt zeigt die Lektüre, dass die Forscherinnen und Forschersich verstärkt der Frage nach medialen Funktionen von Phänomenen undderen Vermittlung widmen. Und es erweist sich im Blick auf die Beiträ-ge aus den einzelnen Sektionen( Rolle der Medien/ des Publikums, Öf-fentlicher Raum, Bilder/ Migration, Transfers/ Normatives,» ProdUser«<,>> Vor- Bilder<<, Methoden, CulturalManagement/ Marketing, Medien/Öffentlichkeit/ Geschlecht), dass in denjenigen Beiträgen, die sich weni-ger mit der Vermittlung als mit Sichtbarkeit und Wahrnehmung beschäf-