338 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXIV/ 113, 2010, Heft 2
in einen Rhythmus bringen und vor welchem Hintergrund? Und wasbedeuten Normalitäten in Bezug auf Gender? Fragen, die sich auch imRahmen europäisch- ethnologischer Biografieforschung stellen.
Nikola Langreiter
Quartier machen- Sterne deuten.
Kulturwissenschaftliche Tourismusforschung über das Hotel9. Tourismustagung der Kommission für Tourismusforschung derDeutschen Gesellschaft für Volkskunde, Institut für EuropäischeEthnologie der Universität Wien, 4.- 6. März 2010
Unter dem tiefsinnigen und wunderschönen Titel Quartier machenSterne deuten. Kulturwissenschaftliche Tourismusforschung über das Hotelfand die 9. Tourismustagung der Kommission für Tourismusforschungder Deutschen Gesellschaft für Volkskunde von 4. bis 6. März 2010 inWien statt. Über 40 Teilnehmernehmerinnen und Teilnehmer aus demgesamten deutschsprachigen Raum kamen der Einladung des Institutsfür Europäische Ethnologie der Universität Wien nach und wagten denBlick auf und in das Hotel und dessen Spielarten. 17 Referentinnen undReferenten thematisierten das touristische Quartier im Spannungsfeldvon Mobilität und Verortung, von Segregation und Integration, vonRaumnutzung und Raumaneignung. Dabei wurde das Hotel als Elementder sozialen Organisation und der Raumordnung sichtbar; als gleicher-maßen Arbeits- wie Freizeitraum, als Ort und Nichtort, als Bedingungund Effekt.
Bereits im filmischen Auftakt der Tagung wurde das besondere An-liegen der Wiener Veranstalterinnen Klara Löffler und Nikola Langreiterdeutlich, das Hotel nicht nur als Schauplatz und als Kulisse touristischerAktivität zu thematisieren, sondern auch Einblicke in dessen vielfäl-tige Backstage- Bereiche zu gewähren. Der Film» Paun Jester Ha SiatCrustas<<( Fremdes Brot hat sieben Krusten, Christian Schocher, CH1998) vermochte ein eindrucksvolles Stimmungsbild vom Hotel als Ar-beitsraum zu vermitteln. Pensionierte Hotelbedienstete, von Zimmer-mädchen, über Kellner, bis hin zu Concierges und auch die Eigentümererzählten von ihren Erinnerungen an die Arbeitsrealitäten in den Enga-