Bettina Habsburg- Lothringen, Bleiben wir bei der Sache
Ergebnisse dann aufbereitet werden, für eine Öffentlichkeit, die sich imLaufe der Museumsgeschichte und korrespondierend mit gesellschaftli-chen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in ihrer Zusam-mensetzung und Größe immer wieder verändert hat.
Während der Anteil der österreichischen Museen, die für sich inAnspruch nehmen können, tatsächlich auch Forschungseinrichtungen zusein, gering ist, charakterisieren und legitimieren Wissenschaftsbezügegrundsätzlich alle Museen. In dieser Bezugnahme auf wissenschaftlicheErgebnisse und Theorien widerspiegeln Museen idealerweise in ihrenSammlungskonzepten und Ausstellungen aktuelle Debatten der diversenDisziplinen. So zeigt sich ein gewisses Misstrauen, was z.B. die Darstell-barkeit der Vergangenheit und die Idee der einen gemeinsamen Geschichteangeht auch im Museum, wenn von den verantwortlichen Museumsmit-arbeiterinnen/ Museumsmitarbeitern versucht wird, die Konstruktivitätjeder Darstellung vergangener Wirklichkeit zu thematisieren oder dieZeitlichkeit und Relativität wissenschaftlicher Wahrheiten in musealenWirklichkeitsschöpfungen offen zu legen. Die Vorstellung, die Vielfaltder Welt wäre in einer Erzählung und mit Hilfe einer einzelnen Fachwis-senschaft disziplinierbar, findet sich in Auflösung, wo die GeschichtenVieler, dazu exemplarische Übergänge, Verklammerungen und Wech-selwirkungen zwischen Geschichten in den Vordergrund treten.
Bezüglich der Vermittlungskompetenz des Museums wird heute einbreiter Bildungsbegriff favorisiert. Vermittlungsinitiativen setzen häu-fig nicht mehr primär auf das Erlernen schulischen Faktenwissens, vieleher wird in der Auseinandersetzung mit musealen Objekten das präzi-se Wahrnehmen geschult, über Kriterien und Qualitätsbegriffe nachge-dacht und geübt, eigene Einschätzungen zu artikulieren. Das Lesen derkomplexen Zeichengefüge musealer Präsentationen wird als eine Mög-lichkeit gesehen, den kompetenten Umgang mit Komplexitätssteigerunginsgesamt nahe zu bringen.
Als Bildungseinrichtung wird dem Museum auch in anderer Wei-se Zukunft versprochen: Ein Gutteil der Museen im deutschsprachigenRaum sind kleine und mittlere, kulturhistorische oder Mehrspartenhäu-ser, in der Stadt und am Land mit wenigen tausenden Besucherinnen/Besuchern jährlich. Ihre Chance und Perspektive liegt nach Iris Mag-dowski darin, durchaus mit Unterstützung der großen Häuser in denZentren der kulturellen Verödung ganzer Landstriche entgegen zu wir-ken und Menschen eine Teilhabe zu ermöglichen. Alten Menschen, dieaus finanziellen und/ oder gesundheitlichen Gründen wenig mobil sind
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