Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde113 (2010) / N.S. 64Mindler, Ursula: »...obwohl ich überhaupt keine Zugeständnisse gemacht habe und meine gesamtdeutsche Einstellung den Fachkollegen durchaus bekannt ist...«

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
»...obwohl ich überhaupt keine Zugeständnisse gemacht habe und meine gesamtdeutsche Einstellung den Fachkollegen durchaus bekannt ist...« : Anmerkungen zu Karl Haiding
(1906-1985)
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Ursula Mindler, Anmerkungen zu Karl Haiding( 1906-1985)

der Sonderstab Volkskunde auch eingerichtet und Haiding Mitarbeiter.60Haidings Ziel bestand darin, die vermeintlich alten» arisch«<- kultischenMythen in Kinderspielen zu entdecken(» germanische Hinterlassen-schaften<<). 61 Zu diesem Zwecke führte er mehrere» Exkursionen«< inbesetzte Gebiete durch( Waldkarpaten, Insel Wormsö/ Estland, Zips inder Slowakei etc.), wo er meist gemeinsam mit seiner Frau und ei-nigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern traditionelle Kinderspieleaufzeichnete und fotografierte. Er versuchte das» germanische Erbe<< des» Ostlandes<< 62 durch vergleichende Kinderspielforschung nachzuweisenund zu belegen, dass dies auf eine gemeinsame» germanisch- arische«<Herkunft zurückzuführen sei.63

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Als nun im Rahmen der Hohen Schule am 5. Juni 1942 das Institutfür deutsche Volkskunde gegründet wurde, wurde Karl Haiding als des-sen Leiter>> für die Dauer des Krieges« bestimmt.64 Ebenso leitete er diezum Institut gehörenden Forschungsstellen Volksspiel( Spielforschung)bzw. Spiel und Spruch.65 Dies bot ihm- wie Lixfeld feststellt-die>> große

60 Lixfeld( wie Anm. 37), S. 292. Sauer schreibt:» Ich halte es für möglich, dass Haidingdem Einsatzstab Ost eine Zeitlang angehört hat.[...] 1985 fragte ich Erna Haidingdanach, als sie aus den Wormsö- Fotos für Schweden die Aufnahmen heraussuchteund zurückbehielt, die ihren Mann in Uniform zeigen. Die Antwort: Sie habe ihmzwar immer wieder beim Aufzeichnen geholfen, aber in seine dienstlichen Belangekeinen Einblick gehabt.<< Sauer( wie Anm. 8), S. 211, Fußnote 27. Die Fotos findensich heute im Salzburger Landesinstitut für Volkskunde( SLIVK). Vgl. auch Akten-vermerk für den Reichsleiter, 4.1.1943. BA NS 8/260, S. 54.

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Sauer( wie Anm. 8), S. 129.

Das Reichskommissariat Ostland bestand aus den besetzten Ostgebieten Lettland,Litauen, dem größten Teil West- Weißrusslands und Estland.

Karl Haiding, Volksspiel im Ostland, unveröffentlichtes Manuskript, oJ.( 1943/44),S. 196. UMJ, Trautenfels, NL KH. Eine ausführliche Behandlung der Inhalte vonHaidings Schriften findet sich bei Dow, Kammerhofer- Aggermann( wie Anm. 7),S. 45-48 sowie bei Sauer( wie Anm. 8), S. 132–143.Rosenberg, 5.6.1942. BA NS 8/128, S. 110.

Lixfeld( wie Anm. 37), S. 284–285 und S. 289. Dow und Kammerhofer- Aggermanngeben an, dass er während dieser Zeit auch Strobels Amt für Volkskunde und Fei-ergestaltung übernommen hätte. Dies findet sich nicht in der restlichen Fachlite-ratur, allerdings gibt Haiding 1943 als Dienstanschrift» Reichsleitung der NSDAP,Amt Volkskunde und Feiergestaltung, Berlin- Charlottenburg 2, Bismarckstraße 1<<an( Schreiben von Karl Haiding an das Wehrbezirkskommando Berlin, 12.4.1943.ÖSTA, AdR, WStB Karl Haiding geb. 3.7.1906). Fest steht auch, dass er ab 1944,während Strobels Abwesenheit, dessen Ämter übernahm. Vgl. Dow, Kammerhofer-Aggermann( wie Anm. 7), S. 39 und Lixfeld( wie Anm. 37), S. 293–294.

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