Ursula Mindler, Anmerkungen zu Karl Haiding( 1906-1985)
der Sonderstab Volkskunde auch eingerichtet und Haiding Mitarbeiter.60Haidings Ziel bestand darin, die vermeintlich alten» arisch«<- kultischenMythen in Kinderspielen zu entdecken(» germanische Hinterlassen-schaften<<). 61 Zu diesem Zwecke führte er mehrere» Exkursionen«< inbesetzte Gebiete durch( Waldkarpaten, Insel Wormsö/ Estland, Zips inder Slowakei etc.), wo er meist gemeinsam mit seiner Frau und ei-nigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern traditionelle Kinderspieleaufzeichnete und fotografierte. Er versuchte das» germanische Erbe<< des» Ostlandes<< 62 durch vergleichende Kinderspielforschung nachzuweisenund zu belegen, dass dies auf eine gemeinsame» germanisch- arische«<Herkunft zurückzuführen sei.63
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Als nun im Rahmen der Hohen Schule am 5. Juni 1942 das Institutfür deutsche Volkskunde gegründet wurde, wurde Karl Haiding als des-sen Leiter>> für die Dauer des Krieges« bestimmt.64 Ebenso leitete er diezum Institut gehörenden Forschungsstellen Volksspiel( Spielforschung)bzw. Spiel und Spruch.65 Dies bot ihm- wie Lixfeld feststellt-die>> große
60 Lixfeld( wie Anm. 37), S. 292. Sauer schreibt:» Ich halte es für möglich, dass Haidingdem Einsatzstab Ost eine Zeitlang angehört hat.[...] 1985 fragte ich Erna Haidingdanach, als sie aus den Wormsö- Fotos für Schweden die Aufnahmen heraussuchteund zurückbehielt, die ihren Mann in Uniform zeigen. Die Antwort: Sie habe ihmzwar immer wieder beim Aufzeichnen geholfen, aber in seine dienstlichen Belangekeinen Einblick gehabt.<< Sauer( wie Anm. 8), S. 211, Fußnote 27. Die Fotos findensich heute im Salzburger Landesinstitut für Volkskunde( SLIVK). Vgl. auch Akten-vermerk für den Reichsleiter, 4.1.1943. BA NS 8/260, S. 54.
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Sauer( wie Anm. 8), S. 129.
Das Reichskommissariat Ostland bestand aus den besetzten Ostgebieten Lettland,Litauen, dem größten Teil West- Weißrusslands und Estland.
Karl Haiding, Volksspiel im Ostland, unveröffentlichtes Manuskript, oJ.( 1943/44),S. 196. UMJ, Trautenfels, NL KH. Eine ausführliche Behandlung der Inhalte vonHaidings Schriften findet sich bei Dow, Kammerhofer- Aggermann( wie Anm. 7),S. 45-48 sowie bei Sauer( wie Anm. 8), S. 132–143.Rosenberg, 5.6.1942. BA NS 8/128, S. 110.
Lixfeld( wie Anm. 37), S. 284–285 und S. 289. Dow und Kammerhofer- Aggermanngeben an, dass er während dieser Zeit auch Strobels Amt für Volkskunde und Fei-ergestaltung übernommen hätte. Dies findet sich nicht in der restlichen Fachlite-ratur, allerdings gibt Haiding 1943 als Dienstanschrift» Reichsleitung der NSDAP,Amt Volkskunde und Feiergestaltung, Berlin- Charlottenburg 2, Bismarckstraße 1<<an( Schreiben von Karl Haiding an das Wehrbezirkskommando Berlin, 12.4.1943.ÖSTA, AdR, WStB Karl Haiding geb. 3.7.1906). Fest steht auch, dass er ab 1944,während Strobels Abwesenheit, dessen Ämter übernahm. Vgl. Dow, Kammerhofer-Aggermann( wie Anm. 7), S. 39 und Lixfeld( wie Anm. 37), S. 293–294.
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