Ursula Mindler, Anmerkungen zu Karl Haiding( 1906–1985)
> Paganini<, als Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag Heiden«< bezeichnet habe.37» Das[ die Namensänderung]war und blieb für ihn bis zu seinem Tod 1985 ein weltanschauliches Be-kenntnis«<, 38 was sich auch daran erkennen lässt, dass er in Folge das Zi-tieren seines eigenen Werkes, das noch unter seinem Namen» Paganini«<erschienen war, unterließ und nur jene anführte, die er als» Haiding<<verfasst hatte. 39 Anfang der 1930er Jahre fiel auch seine grundlegendeEntscheidung für die» Spielforschung«<, und er dissertierte 1936 bei Ar-thur Haberlandt über» Beiträge zur Quellen- und Wesenserschließungdes volkstümlichen Kindergutes«<; ein Jahr später wurde er Leiter derForschungsstelle für Kinderspiel und einschlägiges Volksgut.40
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Ab Herbst 1936 lebte Haiding in Berlin – ob dieser Umzug mit einerverbotenen Betätigung für die NSDAP zusammenhing, ist nicht restlosgeklärt, es ist jedoch unwahrscheinlich, da er bis zum März 1938 ös-terreichischer Staatsbürger blieb und nicht ausgebürgert wurde. Im Jahrseines Umzugs heiratete er Erna Ascherl( 1904–1991), die ihm in ihrer
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WStLA, M. Abt. 1/ II 1521/35; s.a. Dow, Kammerhofer- Aggermann( wie Anm. 7),S. 37 sowie Brückner( wie Anm. 4), S. 91; Hannjost Lixfeld: Aufstieg und Nieder-gang von Rosenbergs Reichsinstitut für Deutsche Volkskunde, in: Jacobeit, Lixfeld,Bockhorn( wie Anm. 3), S. 269-294, hier S. 291. Zur vermeintlich» sprachlich kor-rekten Lehnübersetzung« vgl. Jontes( wie Anm. 5), S. 14. Vgl. auch Sauer( wie Anm.8), S. 125 und S. 210 Fuẞnote 15.
Brückner( wie Anm. 4), S. 91.
39 Vgl. die Bibliographie in seinem Nachlass. S.a. Sauer( wie Anm. 8), S. 125.
40 Vgl. Gutachten von Arthur Haberlandt, 30.7.1955. StLA, L.- Reg. Ha 65 a 1970/80.S.a. die entsprechenden Notizen über bewilligte Förderungen in BA, ehem. BDC,RFR( Reichsforschungsrat), Haiding Karl geb. 3.7.1906.
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Bei Dow, Kammerhofer- Aggermann( wie Anm. 7), S. 37 ist das einzige Mal, dass inder Literatur wiederholte Hausdurchsuchungen erwähnt werden. Als Quelle beru-fen sie sich auf Erna Haiding, Sauer und Brückner. Sauer beruft sich in ihrem Werkauf ein Gespräch mit Karl Haiding und ebenfalls Brückner; Brückner wiederum hatin seinem Artikel keine Quellenbelege angeführt. Laut Sauer erzählte Karl Haidingselbst, dass sein Zimmer ein Mal erfolglos von Polizisten durchsucht worden wäre:Man hätte in ihm einen» Illegalen«< vermutet, da er ständig in der» Wandervogel-tracht<<( kurze Lederhose, weißes Hemd, weiße Stutzen) herumgelaufen wäre. Vgl.Sauer( wie Anm. 8), S. 123 und Brückner( wie Anm. 4). In den einschlägigen WienerArchiven konnten bislang keine Akten gefunden werden, die diese Darstellung stüt-zen( wobei zu berücksichtigen ist, dass nicht alle Akten der Polizei bzw. der Gerichtevollständig erhalten sind).
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