Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde113 (2010) / N.S. 64Mindler, Ursula: »...obwohl ich überhaupt keine Zugeständnisse gemacht habe und meine gesamtdeutsche Einstellung den Fachkollegen durchaus bekannt ist...«

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
»...obwohl ich überhaupt keine Zugeständnisse gemacht habe und meine gesamtdeutsche Einstellung den Fachkollegen durchaus bekannt ist...« : Anmerkungen zu Karl Haiding
(1906-1985)
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>>... obwohl ich überhaupt keineZugeständnisse gemacht habeund meine gesamtdeutscheEinstellung den Fachkollegendurchaus bekannt ist...<<Anmerkungen zu Karl Haiding( 1906-1985)

Ursula Mindler

Der vorliegende Aufsatz beschäftigt sich mit der Persondes im Amt Rosenberg tätig gewesenen VolkskundlersKarl Haiding( 1906-1985) sowie seinem Verhältnis zumNationalsozialismus. Es wird der Frage nachgegangen, in-wieweit der Systembruch 1945 auch einen biographischenBruch für Karl Haiding bedeutete. Basis der Forschungenbildet dabei( neben bereits bekannter Sekundär- und Pri-märquellen) erstmals zugängliches Material aus dem pri-vaten und wissenschaftlichen Nachlass von Karl Haiding.

Der Volkskundler Dr. Karl Haiding, der in der NS- Zeit in hoher Funk-tion im Amt Rosenberg tätig gewesen war, hat seine nationalsozialisti-sche Einstellung Zeit seines Lebens nicht geleugnet, ebenso wenig Hehlmachte er aus seinem Bedauern über den Verlust des Amtes, das er zurZeit des Nationalsozialismus inne gehabt hatte, und seine persönlicheFrustration über das Unvermögen, seine wissenschaftliche Karriere nachKriegsende im klassischen Sinne fortsetzen zu können. Diese Haltungspiegelt sich auch in seiner Korrespondenz, so zum Beispiel im Jahre1974, als er einer Freundin schrieb:» Vor einigen Jahren[ 1971] hat manmich sogar zum Honorarprofessor für Volkskunde an der Universität[ Graz] ernannt. Im Falle Volkskunde ist es für Österreich die erste der-artige Ernennung, dies, obwohl ich überhaupt keine Zugeständnisse