Populare Religiosität:
Traditionen und TransformationenEinige Beispiele aus Niederösterreich
Herbert Nikitsch
In diesem Beitrag werden einige Ausdrucksformen religi-öser Praxis behandelt, wobei nicht nur auf Erscheinungentraditioneller> Volksfrömmigkeit< zurückgeblickt, sondernauch die heutige Entwicklung popularer Religiosität ange-sprochen wird.
Populare Religiosität
darunter wurde in der Tradition der> religiösenVolkskunde< bzw.> Volkskunde des Religiösen der Bereich überlieferterreligiöser Äußerungen zumeist katholischer Provenienz verstanden. DasInteresse galt den religiös» prägenden Erlebnismöglichkeiten«< früherergesellschaftlicher und kultureller Lebensweisen, im Mittelpunkt standendabei»> die Welt der Bilder und Zeichen, der ritualisierte Festkreis desJahres und die Sakrallandschaft der heiligen Orte« ²- womit zugleich diethematischen Schwerpunkte jener volkskundlichen Volksfrömmigkeits-forschung angedeutet sind: Wallfahrt, Heiligenverehrung,» häuslich- pri-
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Ungeachtet der Entstehung dieses thematischen Fachbereichs im Umfeld evange-lischer Praktischer Theologie; s. dazu: Wolfgang Brückner: Volkskunde, religiöse.In: Lexikon für Theologie und Kirche, 10. Bd. Freiburg u. a. 2001, Sp. 864-866;Angela Treiber: Volkskunde und evangelische Theologie. Die Dorfkirchenbewegung1907-1945. Köln, Weimar, Wien 2004.
2 Wolfgang Brückner: Volksfrömmigkeit. Gedanken zur Frage nach der Zukunft derReligion. In: Helge Gerndt, Georg Schroubek( Hg.): Dona Ethnologica. Beiträge zurvergleichenden Volkskunde. Festschrift für Leopold Kretzenbacher(= Südosteuro-päische Arbeiten, Bd. 719: München 1973, S. 149-157, hier S. 157.