500
Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXV/ 114, 2011, Heft 4
dige Einsicht mitdenkend und auf eine entmigrantisierte Migrations-forschung verweisend, plädierte Leimgruber für eine Entgrenzung un-seres Faches und unseres Zugangs.
Was bleibt vom 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft fürVolkskunde? Auch wenn viele der Vorträge Kultur nur implizit ver-handelten, so verstärkt sich die Erkenntnis der Notwendigkeit, das unsselbstverständlich Vorkommende, also das sich im Fach vollständig eta-blierte Deutungsmuster gesellschaftlicher Realität, immer wieder ausden Klammern der Selbstverständlichkeit zu heben, es neu zu betrach-ten, auszuloten und weiterzudenken. Nicht zuletzt liegt ja genau in derreflektierten Auseinandersetzung mit dem Eigenen und Vertrauten diegrößte Stärke der volkskundlichen Kulturwissenschaft- und somit istes eine logische Konsequenz, Kultur nicht einfach nur zu analysieren,sondern eben auch unseren Umgang mit dieser Kategorie. Kultur istalso immer doppelt zu lesen: als Subjekt und Objekt der Volkskunde.Rudolf Bühler, Pia Hilsberg, Jan Hinrichsen, Verena Hünig, Susanne Pledl
Bericht über das 44. Internationale Symposium des Arbeitskreisesfür Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum Nürnbergvom 19. bis 23. September 2011.
Mehr als 90 KollegInnen aus zehn europäischen Ländern kamen in dasGermanische Nationalmuseum nach Nürnberg, um keramische Fra-gen zu diskutieren. Das Germanische Nationalmuseum selbst beher-bergt herausragende Keramiksammlungen, z. B. von Böttger Steinzeug,Steingut und italienischen Fayencen, die vor kurzem von der Keramik-kustodin und Tagungsorganisatorin Silvia Glaser publiziert wordensind. Die Kulturreferentin der Stadt betonte zur Begrüßung die engeVerbindung von Nürnberg zu Keramik, beispielsweise durch die Nürn-berger Fayencen. Der Eröffnungsredner Uwe Mämpel, Professor fürtechnische und ästhetische Bildung an der Hochschule Bremen, rolltein seinem Vortrag über» Kunst oder Handwerk«<<<- ein Widerspruchder Moderne?<< die enge Verbindung der beiden Begriffe bis in die 2. H.des 19. Jh.s auf( siehe Kunst im Verständnis von Wissenschaft im 17.