Zur Sozialanthropologiedes Stimmklangs¹
Katrin Pallowski, Bernd Jürgen Warneken
Der Klang der Sprechstimme, dies wirkmächtige Medi-um der Alltagskommunikation, ist bislang noch kaumin volkskundlich- kulturwissenschaftlicher Perspektiveuntersucht worden.
Der vorliegende Beitrag will zu einer solchen Beschäf-tigung anregen. Er behandelt Fragen des historischenWandels, der sozialen Unterschiede und der kulturellenModen, denen tiefer und hoher, lauter und leiser,>> rei-ner« und»> unreiner«< Sprechklang unterliegt, und infor-miert auch über Bestände an deutschen, österreichischenund schweizerischen Sprechdokumenten, auf die einesoziale und historische Anthropologie des Stimmklangsunter anderem zurückgreifen könnte.
Seit Jahren mehren sich die Beiträge zu einer kulturwissenschaftlichenErforschung der Stimme und dabei insbesondere auch der Sprech-stimme. So legten Karl- Heinz Göttert( 1998) und Reinhart Meyer-Kalkus( 2001) umfangreiche historische Monographien vor. Die 1996gegründeten>> Stuttgarter Stimmtage«, in denen ebenfalls die Sprech-kultur im Zentrum steht, sind inzwischen in sieben Tagungsbändendokumentiert. Zwischen 2004 und 2009 erschienen die theater-, litera-tur- und medienwissenschaftlichen Sammelbände» Kunst- Stimmen<< ²,
1 Der Aufsatz ist die überarbeitete und leicht ergänzte Fassung eines Beitrags inder von Thomas Phleps und Wieland Reich herausgegebenen OD- Publikation:Musik- Kontexte. Festschrift für Hanns- Werner Heister. Münster 2011.
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Doris Kolesch, Jenny Schrödl( Hg.): Kunst- Stimmen. Bonn 2004.