Jahrgang 
114 (2011) / N.S. 65
Seite
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXV/ 114, 2011, Heft 2

sellschaft hat die Arbeit Pioniercharakter. Sie richtet sich nicht alleinan die wissenschaftliche Gemeinde, sondern auch an Politik und Pla-nung und sollte hier, wie zu hoffen bleibt, auch rezipiert werden.Johanna Rolshoven

Johanna Stadlbauer: Projekt Selbstverwirklichung?Lebensentwürfe von Österreicherinnen in Neuseeland

(= Ethnologie& Globales Leben). Berlin: MANA 2010, 174 Seiten.

Neuseeland hat sich in den letzten Jahren zu einem touristischenTraumziel entwickelt, das wegen seiner abgeschiedenen Lage in derSüdsee, seinen spektakulären Naturschauspielen und den vielen Sport-und Abenteuermöglichkeiten, wie sie in diversen Reiseführern undZeitschriften angepriesen werden, die Reiselust weckt. Doch Neusee-land ist auch ein Einwanderungsland, auch für viele ÖsterreicherInnenund eben diesen österreichischen MigrantInnen ist die vorliegendeethnographische Studie gewidmet. Johanna Stadlbauer, die am Institutfür Volkskunde und Kulturanthropologie der Universität Graz und amDepartment of Anthropology, Gender and Sociology der University ofOtago( Neuseeland) studiert hat, gewährt dem Leser Einblick in diesozialen Netzwerke, in das Privatleben und in die Pläne, Träume undLebensentwürfe der im Zuge ihrer Feldforschung interviewten öster-reichischen EinwanderInnen, wobei sie diese als Experten ihres ei-genen Lebenskommen lässt.

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- oft ausführlich selbst und in direkten Zitaten zu Wort

Die Studie, im handlichen Taschenbuch- Format publiziert, um-fasst zehn Kapitel nebst einer Bibliographie und einem Quellenver-zeichnis. Einleitend stellt die Autorin ihre zentralen Fragestellungenund Erkenntnisinteressen vor: Wie wird die Migrationsentscheidungreflektiert? Wie wird das neue Leben' in Neuseeland erlebt? Wie wirdman von anderen und von sich selbst als MigrantIn( an) erkannt? Siebeschreibt ihr Forschungssample: 15 Personen im Alter von 27 bis 78Jahren, die alle zwischen 1953 und 2005 nach Neuseeland eingewan-dert sind. Und sie stellt ihre Forschungsmethoden vor wobei sienicht vergisst, ihre eigene Rolle und Positionierung im Feld zu schil-dern und die Interaktionen mit ihren GesprächspartnerInnen durch