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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXV/ 114, 2011, Heft 2
Zum Herstellen von Verbindungen und der>> spezifischenSichtbarkeit<< von Frauen: Die Tagung Transnationale Familiarität8.4.- 9.4.2011, am Institut für Europäische Ethnologie
der Philipps- Universität Marburg
Wie wird unter den Voraussetzungen transnationaler Migration Fami-liarität hergestellt bzw. aufrechterhalten, welche Formen von Familiekönnen vor dem Hintergrund weltweit gewachsener Mobilität aus-gemacht und welcher Wandel kann in Bezug auf die Bedeutung undFunktion von Familie beobachtet werden? Zu einer Auseinanderset-zung mit diesen und weiteren Fragen luden Karen Körber und InaMerkel am 8. und 9. April 2011 zur Tagung» Transnationale Famili-arität«< in das Institut für Europäische Ethnologie der Philipps- Uni-versität Marburg. Zentral für die Organisatorinnen war der Wunsch,einen Raum für interdisziplinären als auch fachinternen Austausch vonForscherInnen auf diesem Gebiet zu schaffen.
Die Vortragenden näherten sich den Themen Familie, Geschlechtund Mobilität einerseits auf der Ebene der Akteurinnen/ Akteure undandererseits auf der Ebene der Strukturen, wobei auch ein kritischerBlick auf die Forschungsgeschichte des Faches und auf( gesellschaftli-che, politische) Auswirkungen der kultur- und sozialwissenschaftlichenMigrationsforschung nicht fehlte. Wichtige Inhalte der Referate warendie Herstellung von Familie angesichts gegenwärtiger gesellschaftli-cher Wandlungsprozesse, Geschlechterrollen und Care- Arrangementsim Kontext transnationaler Familienformen, die auch im individu-ellen Alltag wirkmächtigen diskursiven Konzepte von Familie undMigration, die Entstehung, Entwicklung und Struktur von Migrati-onspolitiken sowie die Strategien von AkteurInnen innerhalb dieserMigrationsregime.
Politiken, Care- Arrangements, Historizität, multilokale Kinder
» Eingerahmt«< wurden die Vorträge der Tagung von zwei Präsentatio-nen, die jeweils Analysen von Migrationspolitiken und Grenzregimesvorstellten: Sabine Hess( München) eröffnete die Tagung mit demVersuch einer feministischen Grenzregimeanalyse, während Franzis-ka Engelhardt( Marburg) mit einer Diskurs- bzw. Narrationsanalyse