Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde114 (2011) / N.S. 65Tamáska, Máté: Weinbauorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei zwischen architektonischem Erbe und Freizeitgesellschaft

  
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Weinbauorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei zwischen architektonischem Erbe und Freizeitgesellschaft
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Máté Tamáska, Weinbauorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei

Hauptgrund, warum der Tourismus und allgemein die städtische Frei-zeitgesellschaft sich vehement gegen die Architektursprache der Nach-kriegsjahre wendet. Die klassischen Vorstellungen über die» richtige<<Dorfarchitektur werden noch immer mit romantischen Bildern asso-ziiert. Nach dieser Auffassung lebte der Mensch in einer historischenDorflandschaft friedlich und idyllisch im Einklang mit der Natur. 23Trotz der Versuche seitens der Architekten, örtlich gebunde, jedochzeitgenössische Bauformen zu ermöglichen und trotz Revitalisierungs-konzepten verzeichnete die historische Dorflandschaft einen raschenNiedergang in den 1960er- Jahren in allen drei untersuchten Ländern. 24Parallel dazu wuchs das Interesse für historische Ortskerne. Wissen-schaftliche Forschung und touristische Interessen trafen kurzzeitig zu-sammen. 25 Die Entdeckungsphase des Kulturerbes verlief in den dreiuntersuchten Dörfern sehr unterschiedlich. Mörbisch weckte bereitsum 1900 das Interesse der Forscher2, Sukoró wurde erstmalig in den1960er- Jahren erforscht27, über Veľká Tŕňa existiert bis heute keinewissenschaftliche Abhandlung. Das bedeutet, dass der sich entwickeln-de Dorftourismus in Mörbisch auf gut aufgearbeitete Vorstellungenüber historische Häuser und deren Sanierung zurückgreifen konnte.Auf der anderen Seite erfolgte die erst nach 1990 wachsende touristi-sche Entwicklung in Veľká Tŕňa fast gänzlich ohne wissenschaftlichenHintergrund.

23 Igor Thurzo: L'udová Architektúra na Slovensku. Bratislava 2004,Schickhofer, Spiegler( wie Anm 5), S. IV.

S. 159;

Milan,

24 Über Heimatarchitektur vgl. z. B.: Geerd Dahms, Giesela Wiese, Rolf Wiese:Stein auf Stein. Ländliches Bauen zwischen 1870 und 1930. Kiekeberg 1999;Pélter Hámori: Korszerű és népi? Korszerű vagy népi? Viták a magyar faluépítészetéről a huszadik század első felében. In: Századvég 1, 2005, S. 2–23.Herrad Spielhofer: In altem Bauernhaus leben! Sanierung und Umbaubeispiele.Graz 1980.

25

27

Heinrich Klotz, Roland Günter, Gottfried Kiesow: Keine Zukunft für unsereVergangenheit. Giessen 1975, S. 11.

26 Wichtige Werke, die für Mörbisch am See ein frühes wissenschaftliches Interes-se bekunden: Bünker( wie Anm 1); Kaitna, Reichel, Smetana( wie Anm. 9).Die ethnographische Forschung von Mária Kresz wurde vom Denkmalpflegeamtgefördert. Die Feldforschungen wurden Teil eines Verfahrens, im Zuge dessendas ganze Land durch zahlreiche Mitarbeiter erforscht wurde. Manuskript: Má-ria Kresz: Népi építészeti felmérés Sukorón. Néprajzi Múzeum Adattára. EA8989. 1968.

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