Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde114 (2011) / N.S. 65Tamáska, Máté: Weinbauorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei zwischen architektonischem Erbe und Freizeitgesellschaft

  
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Weinbauorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei zwischen architektonischem Erbe und Freizeitgesellschaft
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXV/ 114, 2011, Heft 2

Auch in Sukoró wurden die Kelleranlagen aufgrund der geografi-schen Voraussetzungen separiert vom Dorfkern angelegt. Die einfachenEingänge waren bloß durch ein Schilfdach geschützt. 10 Die Keller kopier-ten in ihrer Lage den Grundriss des Dorfes, sie bildeten ein Reihendorfohne Wohnfunktion. Außer in den Kellerstraßen baute man einzelneKeller direkt in die Weingärten. Da diese Anlagen nicht direkt am Dorf-rand standen und das Hin- und Zurückkehren mehr Zeit beanspruchte,begann man im Lauf des 19. Jahrhunderts kleine Weinhütten zu bauen.

Lediglich in Mörbisch befindet sich der Keller im Wohnhaus." Diedamit entstandene vertikale Gliederung des Gebäudes und die Treppenmit den>> Renaissance- Säulen« lassen urbane Einflüsse erkennen.

2.2. Die Modernisierung nach 1945

Die Auflösung der historischen Dorflandschaft und der Anstiegdes Fremdenverkehrs sind keine gleichzeitig feststellbaren Phänome-ne. Die alten Bauernhaustraditionen wurden in den Untersuchungsge-bieten in den 1950er- und 1960er- Jahren weitgehend aufgegeben.12 Zudiesem Zeitpunkt war Massentourismus noch kaum ein Thema. DieZeit von 1945 bis 1970 brachte einen radikalen Wandel im Dorfleben.In der postsozialistischen Interpretation wird diese Wandlung als Fol-ge der Kollektivierung ausgelegt, doch die Auflösung der traditionellenWirtschaftssysteme brachte auch in Österreich eine rasche Verände-rung der Dorfarchitektur mit sich. 13 Diese Veränderung vollzog sich sorasch, dass nicht rechtzeitig Antworten für die Dorfbildpflege gefun-

10 László Lukács, Lajos Ambrus, László L. Simon: Édes szőlő, tüzes bor. A Ve-lencei- környékének szőlő és borkultúrája. Budapest, Pázmánd 2005( mit deut-scher Übersetzung), S. 27.

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Mayer( wie Anm. 3), S. 50.

12 Barabás, Gilyén( wie Anm. 1), S. 163.; Ladislav Foltyn: Volksbaukunst in derSlowakei. Prag 1960. S. 4.; Franz Grieshofer: Gegenwärtige Probleme der Haus-forschung in Österreich am Beispiel des Burgenlandes. In: Klaus Beitl( Hg.): Ge-genwärtige Probleme der Hausforschung in Österreich. Wien 1982, S. 155-180,hier S. 167; Viktor Herbert Pöttler: Alte Volksarchitektur. Graz, Wien, Köln1975, S. 121.

13 Wolfgang Komzak: Bauen in Burgenland. Gestern

stadt 1990, S. 17.

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Heute

Morgen. Eisen-