Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde114 (2011) / N.S. 65Tamáska, Máté: Weinbauorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei zwischen architektonischem Erbe und Freizeitgesellschaft

  
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Weinbauorte in Österreich, Ungarn und der Slowakei zwischen architektonischem Erbe und Freizeitgesellschaft
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXV/ 114, 2011, Heft 2

Bauweise widerspiegelt), ethnische Gegebenheiten, ökonomischeMöglichkeiten in Vergangenheit und Gegenwart

2. Das baukulturelle Erbe, seine Modernisierung und Interpretation

2.1. Die historischen Formen der Weinbauorte

Die historische Entwicklung der Weinbauorte wird an dieser Stelle nurüberblicksweise skizziert und die historischen Bauweisen und Bauent-wicklungen werden nur kurz erläutert.

Die den Siedlungscharakter prägenden historischen Elementewurden als solche morphologischen Gegebenheiten behandelt, die be-stimmte für die Erlebnisgesellschaft wichtige Funktionen von vorn-herein ausschließen, oder im Gegenteil in sich tragen. Die größerenHerrenhauskeller können beispielsweise leicht zu Gastwirtschaftenumgewandelt werden, die größere Gruppen( Busreisen) aufnehmenund bewirten können. Dagegen wurden die einfachen Keller, die frü-her den Kleinbauern gehörten, kaum für touristische Zwecke umge-baut. Sie bieten maximal für» Hobbyweinkenner« und Mikrobetriebeeine Perspektive.

Die Weinbauorte sind in der Regel dicht mit Streckhöfen bebaut.Obwohl der Weinbau eine relativ hohe Lebensqualität für Bauern mitKleinbesitz bot, war er nie eine völlige Monokultur. Dies gilt beson-ders für die untersuchten Dörfer, die sich alle an der Peripherie vonWeingebieten befinden. Sie weisen daher auch in ihren architektoni-schen Charakterzügen eine Mischung von Strukturen der Korn-, Vieh-und Weinwirtschaft auf. Der Idealtypus eines Weinortes befindet sichin den Zentren der Weinbaugebiete. Diese entwickelten sich zu regio-nalen Marktflächen wie z. B. Rust, Mór oder Tokaj. In diesen Agrar-städten findet man³:

6 Melitta Berger: Rust. In: Ernő Deák( Red.): Die Städte des Burgenlandes: Wien1996, S. 240-261, hier S. 243.

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Über Märkte in Ungarn in der Epoche der Preindustrialisation vgl: Vera Bácskai,Lajos Nagy: Piackörzetek Magyarországon 1828- ban. Budapest 1984.

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Kálmán Faragó, Jenő Major: A magyar városok szerkezeti jellegzetessége és azokkialakulása. In: Településtudományi közlemények 23, 1971, S. 5-42, hier S. 5.