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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXV/ 114, 2011, Heft 2
der große Ställe noch Stadel oder Kornspeicher benötigt wurden.² Fallssich der Keller direkt im Hausverband befand, kann über eine so ge-nannte vertikale Entwicklung des Hauses gesprochen werden, die denkleinstädtischen Baustrukturen sehr ähnlich war.³
Bei einer vergleichenden Analyse der Weinbauorte lassen sich ge-meinsame Charakteristika auch nach 1945 feststellen. Der moderneWeinbau ist multisektoral, d.h. für den Betrieb der Weinbauwirtschaftsind weitere Aktivitäten, etwa im Dienstleistungsbereich( z. B. Wein-handel, Gastwirtschaft) erforderlich, wohingegen der Getreidebauoder die Viehzucht überwiegend im Produktionsbereich angesiedeltsind. Daraus erfolgt eine Neubewertung der alten architektonischenKulturgüter, wie Wohnhäuser, Weinkeller, Presshäuser usw.5 Die Ge-samtheit dieser Charakteristika existiert nur in Touristenzentren, wiez. B. in den Siedlungen im Weinviertel oder in den» Hauptstädten«des Tokajer- Weingebietes in Ungarn, in Tokaj oder in Tállya. Außerdiesen>> klassischen Weinbauorten«< sind zahlreiche sozioökonomischgemischte Typen vorhanden, die einerseits aus historischen Gründen,anderseits aus der heutigen sozioökonomischen Lage und der Bedeu-tung des Dorfes innerhalb des Siedlungsnetzes resultieren.
1. 2. Über die Forschung
Im Folgenden werden drei Weinbauorte analysiert. Die ausgewähltenBeispiele befinden sich in Österreich, Ungarn und der Slowakei: Mör-bisch am See( 60 km südöstlich von Wien), Sukoró( 50 km südwestlichvon Budapest) und Veľká Tŕňa( 80 km südöstlich von Košice). Alledrei Orte liegen an der Peripherie historisch gewachsener Weinbauge-
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ben. In: László Novák( Hg.): Településnéprajzi tanulmányok, Debrecen 1997,S. 71-107, hier S. 71.
Péter Kecskés: A mezővárosi lakóházak alaprajzi típusai Észak- Magyaoroszágon.In: Miklós Cseri, Iván M. Balassa, Gyula Viga( Hg.): Népi építészet a Kárpát-medence északkeleti térségében, Szentendre 1989, S. 231-268, hier S. 242; GyulaOrtutay: Parasztságunk élete. Budapest 1948, S. 9.
Vera Mayer: Burgenland. Bau- und Wohnkultur in Wandel. Wien 1993, S. 50.Vera Mayer: Tourismus und regionale Architektur im Burgenland. In: PöttlerBurkhard( Hg): Tourismus und Regionalkultur. Wien 1994, S. 285-300, hierS. 285.
Wolfgang Milan: Dorflandschaft. Alte und neue Dorfbilder aus Österreich.Klosterneuburg 1997, S. 77, 142.