Chronik der Volkskunde
die laut Tredt neben Maria bis heute in Europa und Nordamerika dieam meisten verehrte Heilige sein soll( sie leitete das Kloster Heidenheimnach dem Tod ihres Bruders, der es im Jahr 752 begründet hatte) werdeper Multi- Touch- Panel dreidimensional vor den Augen der BesucherIn-nen erscheinen. Dieses Ausstellungskonzept löste eine große Polemikaus und wurde am meisten diskutiert.
Insgesamt betrachtet, war die Tagung eine Bereicherung. Die Teil-nehmenden lernten eine Fülle von Präsentationsformen von Aspektenchristlicher Religion kennen und diskutierten über wissenschaftlicheAnsprüche bei gleichzeitigem Respekt religiöser Gefühle. Die interdis-ziplinären Ansätze boten viele bunte Mosaiksteinchen für ein ganzheit-liches Bild über Stifte, Schatzkammern bis zu den» Niederungen derVolkskunde<<( so explizit Nauderer vom Bezirksmuseum Dachau). Dergemeinsame Nenner in allen Vorträgen war die Betonung der Vermitt-lungstätigkeit in diesem sensiblen Themenfeld und somit hatte es sichaus der Warte der Kulturvermittlung auf alle Fälle gelohnt, in Freistadtdabei zu sein. Es wurde eingehend bewusst gemacht, dass die wissen-schaftliche Auseinandersetzung und Präsentation auch ein Sprachrohrsamt Übersetzung für diverse Zielgruppen nach Außen benötigt.
Katharina Richter- Kovarik
Erzählungen als kulturelles Erbe- Das kulturelle Erbe als Erzählung( Obergurgl/ Ötztal, 1.- 4. September 2010)
Die Kommission für Erzählforschung in der Deutschen Gesellschaftfür Volkskunde widmete ihre 6. Tagung einem Thema, das sich seit ei-niger Zeit einer Hochkonjunktur erfreut:» Erzählungen als kulturellesErbe Das kulturelle Erbe als Erzählung« lautete das Tagungsthema. Essollte hinterfragt werden, ob und wie die Erweiterung des Schutzes deskulturellen Erbes durch die UNESCO auf immaterielle Elemente( Ab-kommen von 2003) Auswirkungen auf das historische und gegenwärtigeErzählen zeigt bzw. zeigen wird.
16 Vortragende aus Deutschland, Finnland, Österreich und aus derSchweiz boten mit ihren unterschiedlichen Ansätzen einen Einblick indas Spannungsfeld zwischen immateriellem Erbe und Erzählforschung.
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