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Österreichische Zeitschrift fur Volkskunde
LXV/ 114, 2011, Heft 1
wie auch wir bei den Dingen. Spezialisiert auf das Greifbare, auf dasvermeintlich Nebensächliche und Alltägliche, können wir uns Themendurch Berührung zugänglich machen, eröffnen wir uns über Oberflä-chen viele Fragen, die der volkskundlich- kulturwissenschaftlichen Bear-beitung harren.
Birgit Johler
Tagungsbericht» Visuelle Medien und Forschung«<( 15.- 16.10.2010, Berlin)
Unter dem Titel» Visuelle Medien und Forschung. Über den wissen-schaftlich- methodischen Umgang mit Fotografie und Film« fand am15. und 16. Oktober 2010 im Museum für Fotografie in Berlin eineTagung statt, die erstmals die Kommissionen Film und Fotografie derDeutschen Gesellschaft für Volkskunde vereinte. Ziel der Tagung wardas Verhältnis von Wissenschaft und visuellen Medien vom 19. Jahr-hundert bis heute ins Blickfeld zu rücken. Dieser Aufgabe wurde miteiner breiten Palette von Vorträgen nachgegangen, dieentgegen derchronologischen Folge zum einen sich vordringlich der Analyse his-torischen und ethnologischen Materials widmeten und zum ande-ren aus einer empirisch kulturwissenschaftlichen oder soziologischenPerspektive auf gegenwärtige Untersuchungsgegenstände blickten.Die historischen Untersuchungen beschäftigten sich unter anderem mitBildmaterialien, die von Missionaren während ethnografischer Expedi-tionen aber auch von einem» ethnographierenden Berufsfotografen<< imspäten 19. und im 20. Jahrhundert aufgenommen wurden. Weiters gabes Vorträge über fotografische Dokumentationen des, nach Meinungder Vortragenden, unveränderten Fortlebens einer Kultur, über den Bio-morphismus früher ethnografischer Filme oder über dokumentarischeErzählungen über» fremde Kulturen«<. Zwischen den historischen undden gegenwärtigen Foschungsgegenständen stand ein Vortrag über den>> technisch zugerichtete[ n] ärztliche[ n] Blick«. Dem gegenüber fanden
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Alle Zitate in diesem Text sind entweder Titel der Vorträge oder den Abstracts derVorträge entnommen.