Jahrgang 
114 (2011) / N.S. 65
Seite
98
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98 Österreichische Zeitschrift fur Volkskunde

LXV/ 114, 2011, Heft 1

Das partizipative Museum. Zwischen Kooperation und user

generated content- eine Arbeitstagung zur gegenwartsorientiertenund partizipativen Ausrichtung der Museumsarbeit

18. und 19. November 2010, historisches museum frankfurt

Das» P- Wort<<. Bis nah an die Grenze zur Unbestimmbarkeit wurde esauf der Tagung» Das partizipative Museum«, die vom 18. bis 19. No-vember 2010 in Frankfurt statt fand, wiederholt. Verfolgte man die etwa18, mit zahlreichen Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen gespick-ten Vorträge und Projektpräsentationen, sowie die Anmerkungen desdurchwegs aus der Fachwelt kommenden Publikums, so entstand derEindruck, dass aktuelle Museumsarbeit( im deutschsprachigen Raum)nicht mehr um das im Tagungstitel zweifach genannte Vokabel» Partizi-pation<< herum kommt. In den Zwischenzeilen der überaus informativenund dichten Zusammenstellung an Beiträgen wurde aber auch spürbar,dass im eingangs angedeuteten heiteren Versuch, die inflationäre Nut-zung des Begriffs zumindest auf der Tagung zu regulieren, auch eine ge-wisse allgemeine Nervosität zum Ausdruck kam: War man dem Impe-rativ eines undurchschaubaren Trends ausgesetzt? Die auf die Nutzungvon Web 2.0 und Social Media gemünzte Frage aus einem Workshopder Tagung» muss man das machen, weil es alle machen?<< indiziertauch die fragwürdige Stellung von Partizipation zwischen buzzword undgesellschaftlichem Auftrag.

Die Tagung wurde vom historischen museum frankfurt konzipiertund organisiert. Dessen Neuausrichtung von Dauerausstellung undBesucherprogrammen, die wie schon in den 1970er Jahren- mit ei-ner architektonischen Umgestaltung einher geht, gab den Anlass. Derin Frankfurt angestrebte Wandel vom» historischen Museum<< zum>> Stadtmuseum des 21. Jahrhunderts« zeigte ferner die zentralen Her-ausforderungen an, die auch für die Überzahl der vorgestellten Projek-te Partizipation zum Mittel der Wahl werden ließen:» Urbanität<< und>> Gegenwart<< erwiesen sich sowohl in thematischer Hinsicht als An-forderung, den städtischen Raum, zeithistorische Brennpunkte oder diematerielle Welt des Alltags in Ausstellungen und Sammlung zu erfas-sen als auch strukturell als Verschiebung der örtlichen und zeit-lichen Bezugsrahmen der Institution als die maßgeblichen Impulse,neue Verfahren zu erproben. So benannte Jan Gerchow, Direktor deshistorischen museums, in seinem Eröffnungsstatement die» Frage nach

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