88 Österreichische Zeitschrift fur Volkskunde
Tagungsbericht Museum und Migration-Österreichisches Museum für Volkskunde18.- 20. November 2010
LXV/ 114, 2011, Heft 1
Die Sichtbarmachung von Migration im Museum erfolgte in den letztenJahren auf unterschiedlichen Wegen und war mit vielfältigen Herausfor-derungen verbunden. Ob Museen das Thema Migration in bestehendeAusstellungen integrierten oder neue Typen von Museen, so genannteMigrationsmuseen, entstanden beide eint der Anspruch, Migrationund ihre oftmals gesellschaftlich marginalisierten Akteure sichtbar zumachen und Migration als elementaren Bestandteil gesellschaftlicherEntwicklung anzuerkennen.
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Aufbauend auf diesen Gedanken befasste sich die vom Forschungs-zentrum für historische Minderheiten( FZHM), Institut für Wissen-schaft und Kunst( IWK) und Österreichischen Museum für Volks-kunde( ÖMV) veranstaltete Tagung» Museum und Migration<< in denRäumen des ÖMV vom 18. – 20. November 2010 mit unterschiedlichenFormen institutionalisierten Erinnerns als museale Herausforderung.Es ging um verschiedene museale Repräsentationsformen von Migra-tion und Migrationsgeschichte im internationalen Vergleich. An zweiTagen wurden halbstündige Vorträge mit anschließender Diskussion zuvielfältigen Aspekten von Migrationsgeschichte und ihren Musealisie-rungsformen gehalten. Die Heterogenität der Vorträge eröffnete einenvielfältigen Zugang zum Themenfeld.
Das Museum wurde von den Referierenden dabei als lebendiger Ortder Begegnung verstanden und dessen schichtspezifische Öffnung gefor-dert. Entgegen einem historisch tradierten Verständnis des Museums alsexklusive bürgerliche Institution und abgeschotteter, nur für bestimmteBesucherInnen zugänglicher Ort befürworteten die Vortragenden ei-nen intergrativ- dialogischen Austausch zwischen Ausstellungsmachen-den und BesucherInnen. Der Anspruch einer institutionellen Öffnungdes Museums verbinde sich mit dem Bestreben gesellschaftspolitischeThemen aufzugreifen und sich als ein mit gesamtgesellschaftlichen Pro-zessen verflochtener Ort zu verstehen. Damit rückten gesellschaftlicheAkteure in den musealen Blickpunkt, denen sich das Museum langeverschlossen habe.
Die Tagung wurde von Margot Schindler( ÖMV), Regina Wonisch( FZHM) und Thomas Hübel( IWK) eröffnet. Im ersten Vortrag gab