Chronik der Volkskunde
der Objektivierung vor, die sich meist durch die Storyline ergibt. Umin den Kulturmuseen die Neugier zu wecken, schlägt er vor, Dinge indem Sinn zu zeigen, wie Wissen entsteht und deutet damit prozessualeDisplays an.
Michael Parmentier, Humboldt- Universität zu Berlin, stellte in sei-nem Beitrag die notwendige wissenschaftliche Expertise hinter der Er-zählung der Problematik gegenüber, dass viele potentielle BesucherIn-nen schon im Vorfeld einer Auseinandersetzung im Museum durch ebendiese Aura der Wissenschaftlichkeit abgeschreckt werden. Wenn dieErzählung aber» revisionsoffen«< ist, bleibt die Chance der Einbindungdes Publikums. Fehrs Kritik am Bedeutungsverlust der Dinge teilt Par-mentier und warnt, die Objekte in der Erzählung nicht illustrativ zu-rückzulassen. Dinge stiften Bedeutung durch Abgrenzung zu anderenDingen. Dieser differenzielle Kontext ändert sich laufend, daher kommtes zu Bedeutungsschichtungen- Polyvalenzen. Im Idealfall hebt die Ku-ratorenschaft im Sinne der Aufklärungsarbeit die Schichten der Objekte,die Ausstellung>> macht sichtbar«. Ausstellungen machen ist generell eineexperimentale Situation so Parmentier, der in der Diskussion der Insti-tution Museum die Frage» Was und für wen erzählen wir?« voranstellt.Hinter dieser Frage stehen der Imperativ zur Aufklärung sowie die Po-sitionierung als Ort des Nachdenkens. Denn das Museum sollte eine Al-ternative zur Überforderung des Publikums im Informationsstrom sein,ein Ort, der das Publikum darauf aufmerksam macht, was für das Publi-kum selbst interessant ist. Das Museum kann in diesem Zusammenhangpolitische Diskurse aufmachen.
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Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museums, beschreibt unter demTitel» Erzählen und Moderieren Gedanken zur Dramaturgie vonAusstellungen<< die weitläufigen Einflussparameter bei der inhaltlichenKonstituierung einer Schausammlung. Ins Zentrum konzeptiver Ansät-ze ist das Problembewusstsein gerückt. Gender, Pluralität, Migrationsind Themenbereiche, die den herkömmlichen Objektbestand im Mu-seum stark unter Druck setzen. Kos skizziert in der Folge strukturelleIdeen hinsichtlich einer Neukonzeption der Schausammlung des WienMuseums. Die Schlagworte modulares Prinzip, Interaktion, Galerien,Wechselbühneneffekt vermitteln zwar Aufbruch und Dynamik, letztlichlässt sich aber in Bezug auf den Titel des Beitrags wenig Prospektiveserkennen.
Der Direktor des Historischen Museums Bern, Jakob Messerli, hatfür sein Haus akzeptiert, dass die Konkurrenten der Seilpark, das Kino
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