Alexandra Schwell, Zur De/ Konstruktion des Ostens als Sicherheitsbedrohung
perts<, in the form of police chiefs, the judiciary, politicians and editorsperceive the threat in all but identical terms, and appear to talk with onevoice of rates, diagnoses, prognoses and solutions, when the media rep-resentations universally stress> sudden and dramatic< increases( in num-bers involved or events) and novelty<, above and beyond that which asober, realistic appraisal could sustain, then we believe it is appropriateto speak of the beginnings of a moral panic.<< 4³
Eine solche Situation der moralischen Panik scheint wie geschaf-fen, um den Boden für die erfolgreiche Securitization einer Thematikzu bereiten; alle» Zutaten« stehen bereit. Gesprächspartner im Innenmi-nisterium erklärten die angeblich weit verbreiteten Ängste und Befürch-tungen in der Grenzbevölkerung häufig damit, dass die Grenzregionen,die an die postsozialistischen Nachbarn angrenzen, bis zum Fall desEisernen Vorhangs quasi» kriminalitätsfreie«< Regionen gewesen seien,oder besser: als solche imaginiert würden. Das kollektive Gedächtnisvon Teilen der Grenzlandbevölkerung idealisiert prä- 1989 als eine Ära,in der niemand sein Auto oder Haus abschließen musste, denn wer soll-te schon in einer der entlegensten und ärmsten Ecken Österreichs einAuto stehlen oder einbrechen? Der Eiserne Vorhang hatte die bereitszuvor nationalisierten Grenzregionen endgültig voneinander abgeschnit-ten; die Nachbarn standen nun mit dem Rücken zueinander, und dies inzumeist strukturschwachen und von Abwanderung betroffenen Gebie-ten. Oft fällt der Begriff der» toten Regionen«<; ein eigentlich negativkonnotierter Begriff wird positiv gewendet und als Zeit des Friedensidealisiert, als noch Ruhe herrschte und alles seine Ordnung hatte. Undnun bricht plötzlich der» Osten«<, der zuvor sicher hinter dem EisernenVorhang verstaut worden war, herein, 45 gemeinsam mit dem Konflikt inJugoslawien.
43 Stuart Hall, Charles Critcher, Tony Jefferson et. al.: Policing the Crisis. Mugging,the State and Law and Order. New York 1978, S. 16[ kursiv i.O.].
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Vgl. die historischen Betrachtungen der Grenzen in den Beiträgen in Peter Haslin-ger( Hg.): Grenze im Kopf. Beiträge zur Geschichte der Grenze in Ostmitteleuropa.Frankfurt a. M. u.a. 1999.
45 Vgl. die Unterschiede in der Wahrnehmung der Grenze bei Slowaken und Österrei-chern im Beitrag von Norbert Weixlbaumer: Die Grenze als Wahrnehmungsraum.Der österreichisch- slowakische Grenzraum nach 1989- eine perzeptionsgeographi-sche Schauplatzchronologie. In: ebd., S. 183–208.
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