Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde114 (2011) / N.S. 65Rieken, Bernd: Tiefen- und entwicklungspsychologische Zugänge zum Verständnis des Numinosen, dargestellt am Beispiel der dämonologischen Sage

  
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Tiefen- und entwicklungspsychologische Zugänge zum Verständnis des Numinosen, dargestellt am Beispiel der dämonologischen Sage
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Bernd Rieken, Tiefen- und entwicklungspsychologische Zugange[...]

len<< mit der»> Andacht zum Unbedeutenden«< als einem Kennzeichen derModerne, das die Volkskunde genauso charakterisiere wie die Psycho-analyse, weil es um die Würdigung des Details gehe. Als anschaulicheBeispiele nennt er den Jäger, der die Fährte des Wildtieres entziffert,die Kriminalistik, die aus geringsten Spuren Fälle rekonstruiert- undSigmund Freud, der auf der Grundlage scheinbarer Nebensächlichkeitendas Unbewusste entwirrt.5- Erinnert sei auch an die Tagung» Kultur-analyse Psychoanalyse- Sozialforschung«<, die im Jahre 2007 im Ös-terreichischen Museum für Volkskunde stattgefunden hat.6- Doch nunist es an der Zeit, sich dem eigentlichen Thema zuzuwenden.

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Der Begriff numinos geht auf den evangelischen Theologen RudolfOtto( 1869–1937) zurück und bezeichnet ein spezifisches Gefühl, wel-ches sich einstellt, wenn man mit transzendenten Mächten konfrontiertist. Es handelt sich dabei um» das Heilige minus seines sittlichen Mo-mentes und[...] minus seines rationalen Momentes«<. 7 Erlebt wird esals>> schlimm und imponierend, gewaltig und seltsam, wunderlich undbewundernswert, Grauen machend und faszinierend, göttlich und dä-monisch und> energisch««<. ³ Das Numinose wird demzufolge ambivalent

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Utz Jeggle: Inseln hinter dem Winde. Studien zum» Unbewussten«< in der volks-kundlichen Kulturwissenschaft. In: Kasper Maase, Bernd Jürgen Warneken( Hg.).Unterwelten der Kultur. Themen und Theorien der volkskundlichen Kulturwissen-schaft. Köln 2003, S. 25-44, hier S. 28.

Martin Scharfe: Bagatellen. Zu einer Pathognomik der Kultur. Zeitschrift für Volks-kunde 91, 1995, S. 1–26.

Elisabeth Timm, Elisabeth Katschnig- Fasch( Hg.): Kulturanalyse, Psychoanalyse,Sozialforschung. Positionen, Verbindungen und Perspektiven. Wien: Österreichi-sches Museum für Volkskunde 2007[ auch in: Österreichische Zeitschrift für Volks-kunde, NS Bd. LXI, GS Bd. 110, 2-3, S. 101-329]. Als Literaturüberblick und zurEinführung in die Thematik dienlich ist aus diesem Band der Beitrag von ElisabethTimm: Zur Einführung: Kulturanalyse, Psychoanalyse, Sozialforschung- Einblickefür und in die volkskundliche Kulturwissenschaft, S. 113-124; darüber hinaus BerndRieken:>> Nordsee ist Mordsee«. Sturmfluten und ihre Bedeutung für die Mentali-tätsgeschichte der Friesen.(= Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfries-lands, 83; Nordfriisk Instituut, 186) Münster u.a. 2005, S. 26-55; ders.: Volkskundeund Psychologie. Gemeinsamkeiten und Unterschiede. In: Curare. Zeitschrift fürMedizinethnologie 32, 1+ 2, 2009, S. 18-22.

Rudolf Otto: Das Heilige. Über das Irrationale in der Idee des Göttlichen und seinVerhältnis zum Rationalen. München 2004, S. 6.

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Ebd., S. 53.

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