Aufsatz in einer Zeitschrift 
Theater und Wissenschaft im Dialog
Seite
363
Einzelbild herunterladen
 

Theater und Wissenschaft im Dialog

Ina Dietzsch

Kunst und Wissenschaft scheinen in den letzten Jahren ein besonderesInteresse aneinander entwickelt zu haben. Dieter Mersch und Micha-ela Ott sprechen gar von tektonischen Verschiebungen im Verhältniszwischen beiden: Wissenserzeugung und Ästhetisierung durchdrängeneinander auf komplexe Weise und quer zur Trennung von Kunst undWissenschaft. Die Vielfalt reicht von Arbeiten, die Erkenntnisse undMethoden der Wissenschaft aufgreifen und für gestalterische Zweckenutzen, wie z.B. die mit naturwissenschaftlichen Visualisierungen ar-beitende science art², bis hin zu imaged- based research³, als einer For-schung, die Bilder dem sonst gängigen Text vorzieht und ausdrücklichkünstlerische Praxis mit wissenschaftlichem Anspruch verbindet.

In einer Veranstaltung auf dem 38. Kongresses der dgv in Tübin-gen kamen am 22. September 2011 das Landestheater Tübingen unddie Empirische Kulturwissenschaft/ Europäische Ethnologie zu einemExperiment zusammen, um die Reichweite auszuloten, mit der Prakti-ken des» Denkens, Forschens und Darstellens« in Kulturwissenschaftund Autorentheater sich gegenseitig befruchten können.5 Die folgen-den Überlegungen waren Teil meiner Einführung als Initiatorin undMitorganisatorin der Veranstaltung.

1 Dieter Mersch, Michaela Ott: Tektonische Verschiebungen zwischen Kunst undWissenschaft. In: Dies.( Hg.): Kunst und Wissenschaft. Paderborn, München2007, S. 9-34.

2

Herbert W. Franke: Science Art. In: Mersch, Ott( wie Anm. 1), S. 183-190 undManfred P. Kage: Wege zur Science Art. In: Ebd., S. 191–194.

Jürgen Krusche: Image- based Research. In: Ebd., S. 225-234.

3

4

So der Titel des gesamten Kongresses.

5

http://www.landestheater-tuebingen.de/events/view/id/48764/date/1316642400

( Zugriff: 5.11.2012).